Freitag, August 12, 2022

101-jähriger Ex-Nazi-KZ-Aufseher legt Berufung gegen 5-jährige Haftstrafe ein

Das Landgericht Neuruppin in Brandenburg bestätigte am Montag, dass der Angeklagte Berufung gegen seine Verurteilung einlegt.

Ein 101-jähriger SS-Wachmann des Nazi-Todeslagers hat Berufung eingelegt, nachdem er wegen Beihilfe zum Mord an 3.518 Opfern zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden war.

Josef Schütz habe einen Monat nach Zustellung des schriftlichen Urteils Zeit, seine Berufung zu begründen, sagte Gerichtssprecherin Iris le Claire in deutschen Medien.

Über die Berufung entscheidet nun der Bundesgerichtshof (BGH). Sie haben bis zum 27. September Zeit, ihre Entscheidung zu treffen.

Der Angeklagte sagte dem Gericht während seines Prozesses, dass er nie Wachmann im Lager gewesen sei und nur als Landarbeiter in der Nähe gearbeitet habe. Er bewahrte seine Geschichte auf, obwohl Staatsanwälte seitenlange Beweise für seine Rolle in der SS lieferten, bis hin zu seiner Militärpension.

Er gilt als der älteste NS-Kriegsverbrecher, der jemals vor Gericht gestellt wurde.

Das Gericht in Brandenburg an der Havel westlich von Berlin sprach ihn für schuldig und verurteilte ihn am 28. Juni zu fünf Jahren Haft.

Er wurde wegen Beihilfe zur Ermordung und Ermordung von 3.518 Häftlingen im KZ Sachsenhausen, wo er von Oktober 1941 bis Februar 1945 als Wärter tätig war, verurteilt.

„Das ungestrafte Schicksal der Überlebenden darf von der deutschen Justiz nicht vergessen werden“, sagte Richter Udo Lechtermann.

„Sie, MS, waren drei Jahre lang als Wachmann Teil des Terror- und Folternetzwerks im KZ Sachsenhausen und haben den Massenmord an Häftlingen gefördert.“

Schütz sagte in seinem Schlusswort am 27. Juni: „Ich habe keine Ahnung, was ich hätte tun sollen.“

Er behauptete, aus Litauen zu stammen und keine Kenntnis vom Verhandlungsgegenstand zu haben: „Ich weiß nicht, warum ich hier auf der Anklagebank sitze. Ich habe damit nichts zu tun.“

Brandenburg an der Havel war einer der ersten Orte im deutschen NS-Regime, wo mit der Vergasung von Opfern experimentiert wurde.

Zu den Anklagen gehörten Beihilfe zur „Hinrichtung sowjetischer Kriegsgefangener durch ein Erschießungskommando 1942“ und die Ermordung von Gefangenen „mit dem Giftgas Zyklon B“.

Das Lager Sachsenhausen beherbergte zwischen 1936 und 1945 mehr als 200.000 Menschen, darunter Juden, Zigeuner, politische Feinde und Homosexuelle.

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