Dienstag, Oktober 4, 2022

Ataman befürwortet die Verlängerung des Gleichbehandlungsgesetzes

DDie Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Ferda Ataman, wünscht sich eine Ausweitung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes. Das geltende Recht habe große Lücken, sagte sie dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“. Zum Beispiel machen Schlupflöcher im Gesetz Rassendiskriminierung auf dem Wohnungsmarkt legal. Auch Eltern sollten laut Ataman besser geschützt werden.

Laut Ataman gaben in einer Studie der Antidiskriminierungsstelle 40 Prozent der Eltern an, am Arbeitsplatz diskriminiert worden zu sein, etwa weil sie früher nach Hause mussten, um ihr Kind zu betreuen. „Bisher ist diese Form der Diskriminierung nicht gesetzlich geregelt, gleiches gilt, wenn Mitarbeiter Angehörige betreuen. Solche Schutzlücken möchten wir gerne schließen“, sagte der Leiter der seit Juli amtierenden Antidiskriminierungsstelle.

Auch die Diskriminierung aufgrund des sozialen Status liege ihr am Herzen, fügte Ataman hinzu: „Wir haben immer wieder Fälle, zum Beispiel, dass jemand keine Wohnung bekommt, weil er staatliche Leistungen bezieht. Auch dieses Thema gehört ins Gesetz.“

Darüber hinaus werden ältere Menschen häufig nicht mehr zur beruflichen Weiterbildung eingeplant, gemobbt oder ihre Verträge nicht verlängert. Darüber hinaus muss die Diskriminierung aufgrund einer Behinderung beseitigt werden. „Beides hilft übrigens gegen den Arbeitskräftemangel, der uns extrem beschäftigen wird“, sagte Ataman.

Und schließlich gibt es Nachteile wegen der ostdeutschen Herkunft: „Wir wissen, dass Ostdeutsche im Verhältnis zu ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung viel seltener in Führungspositionen sind. Damit stoßen auch sie an die sogenannte gläserne Decke. Zudem verdienen sie oft weniger und sind einem höheren Armutsrisiko ausgesetzt.“

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