Dienstag, August 9, 2022

„Bashing, Boykott, Gewalt“ – Präsident des Hochschulverbandes kritisiert die Absage der Vorlesung

Der Präsident des Deutschen Hochschulverbandes, Bernhard Kempen, kritisierte scharf die Absage des Vortrags der Biologin Marie-Luise Vollbrecht an der Humboldt-Universität zu Berlin. Die Universität habe der akademischen Freiheit einen Bärendienst erwiesen, sagte Kempen. „Stattdessen hätte sie Rückgrat zeigen und alles dafür tun sollen, dass der Vortrag stattfinden konnte“, sagte Kempen.

Nach der Ankündigung von Protesten hat die Universität den Vortrag „Sex ist nicht (gen)sex, Sex, Gender und warum es zwei Geschlechter in der Biologie gibt“, der während der Langen Nacht der Wissenschaften am vergangenen Samstag stattfinden sollte, aus Sicherheitsgründen abgesagt . Die Absage hat bereits einige Kritik ausgelöst.

Anstelle des Vortrags werde demnächst eine Podiumsdiskussion stattfinden, kündigte Hochschulsprecher Boris Nitzsche an. Eingeladen werden sollen auch Wissenschaftsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) und die Berliner Wissenschaftssenatorin Ulrike Gote (Grüne).

Universitäten seien Orte der intellektuellen Auseinandersetzung, so Kempen. „Jeder Wissenschaftler muss in der Lage sein, seine Forschungsergebnisse, Thesen und Ansichten angstfrei zur Diskussion zu stellen.“ Meinungsverschiedenheiten mit Andersdenkenden sollten in argumentativen Auseinandersetzungen beigelegt werden. „Boykott, Bashing, Mobbing oder gar Gewalt dürfen nicht erfolgreich sein“, so Kempen weiter.

Vollbrechts Vortrag ist auf YouTube zu finden und hatte am Montagmorgen mehr als 41.000 Aufrufe. Sie war am Montag nicht sofort für eine Stellungnahme zu erreichen.

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