Dienstag, August 9, 2022

Bis 2023 sollen laut Stoltenberg verstärkte Eingreiftruppen bereitstehen

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg will im kommenden Jahr eine auf 300.000 Soldaten aufgestockte schnelle Eingreiftruppe einsatzbereit haben. Derzeit gibt es 40.000 Soldaten. „Sie werden in ihren eigenen Ländern stationiert, aber bereits bestimmten Staaten und Territorien zugeordnet und für die Verteidigung dieser Gebiete verantwortlich sein“, sagte Stoltenberg am Mittwoch beim Nato-Gipfel in Madrid. Details hingen natürlich von den einzelnen Staaten ab, die diese Kräfte stellen sollten.

Stoltenberg verwies auf Deutschland und konkrete Pläne, eine Kampfbrigade zur Verteidigung des Nato-Partners Litauen bereitzustellen. Dies ist ein Beispiel für die Stärkung der Ostflanke. „Du wirst dort üben. Sie lernen, mit einheimischen Streitkräften zu operieren. Und sie werden dort einsatzbereite Ausrüstung haben, schweres Gerät, Treibstoffvorräte und viele andere Dinge, die für Operationen in diesem bestimmten Gebiet benötigt werden.“

Deutschland wolle ihren Angaben zufolge auch 15.000 Soldaten zu den erweiterten Nato-Eingreiftruppen von mehr als 300.000 Soldaten beitragen, die bis zum kommenden Jahr aufgebaut werden sollen. Die Bundesregierung sei bereit, „eine Division, also 15.000 Soldaten bereitzustellen“, sagte Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) in Madrid.

Die Wehrbeauftragte Eva Högl (SPD) sprach von einem klaren Zeichen und einer „konsequenten Reaktion auf den russischen Angriffskrieg“. Gleichzeitig sieht sie die Bundeswehr durch die geplanten Veränderungen im Rahmen der Nato deutlich belastet. „Es ist absehbar, dass die Anforderungen an Deutschland steigen werden“, sagte sie am Mittwoch der „Augsburger Allgemeinen“. „Für die Bundeswehr bedeutet dies eine enorme Herausforderung und erfordert große Anstrengungen bei Personal, Material, Ausrüstung und Infrastruktur.“

Deutschland führt bereits die NATO Battle Group (eFP) in der NATO, für die zunächst 600 Soldaten bereitgestellt wurden. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine wurden Artillerie- und Flugabwehrverstärkungen aktiviert, sodass sich derzeit mehr als 1000 deutsche Soldaten in Litauen befinden. Für die geplante Kampfbrigade gibt es noch keine absolute Zahl. Solche Brigaden sind normalerweise 3.000 bis 5.000 Soldaten stark. Deutschland könnte sich mit 15.000 Soldaten an den verstärkten Eingreiftruppen der Nato beteiligen. Der Plan ist Gegenstand des NATO-Gipfels der Staats- und Regierungschefs am Mittwoch und Donnerstag in Madrid.

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges bezeichnete Stoltenberg Russland als „direkte Bedrohung unserer Sicherheit“. Er sprach von einem „historischen“ Gipfel. Es werde die „größte Neuausrichtung unserer kollektiven Verteidigung seit dem Kalten Krieg“ bringen, bekräftigte er.

Related Articles

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

- Advertisement -

Latest Articles