Sonntag, Januar 16, 2022

"Dampf ablassen" Bericht: Johnsons Lockdown-Partys häufiger als erwartet

Der Sitz des britischen Premierministers dient eigentlich als Zentrum der politischen Kontrolle. Doch nun steht Boris Johnson vor einem Parteiskandal. Neue Details zeigen das Ausmaß der Feierlichkeiten inmitten des Corona-Lockdowns.

Neue Vorwürfe wegen Verstoßes gegen Corona-Regeln an seinem Regierungssitz setzen den britischen Premierminister Boris Johnson im Fall „Partygate“ noch stärker unter Druck. Einem Medienbericht zufolge gab es während der Pandemie nicht nur vereinzelte, sondern regelmäßige Treffen in der Downing Street, bei denen Alkohol getrunken wurde. Das schreibt der „Spiegel“, sonst bestens informiert, am Samstag.

Johnson-Arbeiter trafen sich jeden Freitag zu „Weinfreitagen“, und der Premierminister ermutigte sie, „Dampf abzulassen“ – obwohl Versammlungen in Innenräumen nach den Sperrregeln strengstens verboten waren. Der Regierungschef selbst war mehrfach zu diesen Treffen gegangen. Eigens für regelmäßige Meetings haben die Mitarbeiter einen Bürokühlschrank angeschafft, um ihre Weißwein-, Prosecco- und Bierflaschen kühl zu halten.

Laut The Mirror sind Freitagstreffen seit langem eine „Downing Street-Tradition“, auch unter früheren britischen Regierungen. Die Treffen wurden jedoch auch nach der Verhängung von Corona-Beschränkungen fortgesetzt.

Johnson steht wegen der „Partygate“-Affäre seit langem massiv unter Druck, mehrere Mitglieder seiner Konservativen Partei forderten bereits seinen Rücktritt. Politisch will er mit einem kompletten Neustart aus der Patsche kommen. Derzeit laufen interne Ermittlungen zu den Abenden der Haft in seinem Regierungssitz, der Ministerpräsident will die Ergebnisse abwarten.

Zuletzt wurde berichtet, dass es am Vorabend der Beerdigung von Prinz Philip’s Queen Consort im April 2021 Feierlichkeiten am Regierungssitz gegeben habe. Damals galten strenge Kontakt- und Abstandsregeln. Königin Elizabeth II. musste deshalb bei der Beerdigung ihres Mannes allein in der Kapelle ihrer Residenz in Windsor sitzen. Downing Street hat sich entschuldigt. „Es ist zutiefst bedauerlich, dass dies in einer Zeit nationaler Trauer geschah“, sagte ein Sprecher von Johnson.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Neuesten Nachrichten

Drosten sieht Chance in Omicron – "Das Virus muss sich ausbreiten – unter Impfschutz"

Laut Virologe Christian Drosten könnte die Omicron-Variante eine Chance sein, in das Endemie-Stadium einzutreten. Auch er rechnet mit...

Weitere Artikel wie dieser

- Advertisement -