Dienstag, Oktober 4, 2022

Deutsche Retter bringen 427 Migranten und Flüchtlinge in Italien an Land

ZZwei deutsche Seenotrettungsschiffe haben Hunderte Migranten und Flüchtlinge nach Italien gebracht. Die „Sea-Watch 3“ legte am Samstagmorgen in Reggio Calabria an, wo die ersten der 427 aus dem Mittelmeer geretteten Menschen von Bord gehen konnten. Das teilte die Berliner Organisation mit. Die Personen waren bei mehreren Rettungsaktionen aufgenommen worden. Danach erhielt die Besatzung erst nach mehreren Anfragen und tagelangem Warten die Erlaubnis, den Hafen an der Südspitze Italiens anzulaufen.

Die „Sea-Eye 4“ legte am Freitag mit 129 Migranten in Taranto (Tarent) in der Region Apulien an. Einige der Geretteten waren nach Angaben der Regensburger Organisation fast zwei Wochen an Bord, bevor die italienischen Behörden die Landeerlaubnis erteilten.

Das Rettungsschiff „Humanity 1“ der Berliner Organisation SOS Humanity hingegen wartet mit 414 Menschen an Bord noch immer auf die Zuweisung eines sicheren Hafens. Wie der Konzern am Samstag mitteilte, hatte sich die Lage an Bord nach mehr als einer Woche verschlechtert. „Erkältungen und Magen-Darm-Erkrankungen sind aufgrund der beengten Platzverhältnisse weit verbreitet. Mehrere Kinder haben hohes Fieber von bis zu 40 Grad“, sagte SOS Humanity in einer Erklärung. Ein Mann hat eine Schusswunde, die an Bord des Schiffes nicht behandelt werden kann.

Immer wieder versuchen Menschen aus Nordafrika, auf der gefährlichen Mittelmeerroute Malta oder Süditalien und damit die Europäische Union zu erreichen. Viele werden dann von privaten Rettungsschiffen in teilweise seeuntauglichen Booten aufgenommen. Danach dauert es oft ein paar Tage, bis sie von Italien die Erlaubnis bekommen, einen Hafen anzusteuern. Auf solche Anfragen reagiert Malta nach Angaben der Retter schon lange nicht mehr.

Nach Angaben aus Rom sind in diesem Jahr bisher mehr als 66.000 Migranten über das Mittelmeer in Italien angekommen – im Vorjahreszeitraum waren es gut 43.000 gewesen. Nach UN-Angaben sind in diesem Jahr bereits 1.039 Menschen im zentralen Mittelmeer gestorben oder werden vermisst.

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