Samstag, August 20, 2022

Drei Tote nach Schüssen in Einkaufszentrum – Verdächtiger festgenommen

BBei einem blutigen Verbrechen in einem Einkaufszentrum in Kopenhagen sind mindestens drei Menschen erschossen worden. Bei den Opfern handele es sich um einen Mann im Alter zwischen 40 und 50 Jahren und zwei Jugendliche, sagte Polizeihauptkommissar Søren Thomassen laut lokalen Medien am Montagabend in der dänischen Hauptstadt. Drei weitere Personen wurden schwer verletzt und befinden sich in einem kritischen Zustand.

Zum möglichen Motiv machte Thomassen keine Angaben. In den sozialen Medien werde über einen rassistischen Hintergrund spekuliert, sagte er. Dafür gibt es derzeit keine Beweise. Die Polizei nahm im Zusammenhang mit der Tat einen 22-jährigen Dänen fest. Der mutmaßliche Schütze sei der Polizei „grundsätzlich bekannt“, sagte Thomassen. Weitere Angaben dazu machte er nicht.

Die Polizei geht davon aus, dass der Täter allein gehandelt hat. „Bis wir absolut sicher sind, dass die Hypothese richtig ist, werden wir eine weitreichende Untersuchung durchführen und eine massive operative Präsenz in Kopenhagen aufrechterhalten, bis wir sagen können, dass er allein war“, sagte Thomassen. Bei der Festnahme hatte der Mann eine Schusswaffe und Munition bei sich. Möglicherweise war eine andere Waffe im Spiel.

Der Festgenommene solle am Montag vernommen werden, hieß es. Er wird wegen Totschlags angeklagt. Doch der Vorwurf könnte sich noch ändern. Ob der Mann Mitglied eines Schützenvereins war und ob ihm die Waffe rechtmäßig gehörte, wollte die Polizei zunächst nicht sagen.

Die Bürgermeisterin von Kopenhagen, Sophie H. Andersen, war entsetzt über die „schrecklichen“ Schüsse, die in Fields Einkaufszentrum abgefeuert wurden. Ein Empfang mit dem dänischen Kronprinzen Frederik auf einem Schiff wurde abgesagt.

Es ist das zweite Mal in kurzer Zeit, dass es einen Anschlag in einer skandinavischen Hauptstadt gibt. Vor etwas mehr als einer Woche wurden in einer Schwulenbar in Oslo zwei Menschen getötet und 21 weitere verletzt. Der norwegische Geheimdienst PST stuft den Anschlag als islamistischen Terroranschlag ein.

Augenzeuge Laurits Hermansen sagte dem Sender DR zu den Schüssen in Kopenhagen, er habe drei oder vier sehr laute Knalle gehört, als er mit seiner Familie in einem Geschäft war. Dann rannten andere Leute in den Laden und meldeten Schüsse, und er und seine Familie flohen durch einen Notausgang, sagte Hermansen.

Ein Hubschrauber schwebte über dem Gebiet. Das Gebiet wurde abgesperrt. Die Polizei rief Augenzeugen auf, Video- und Fotomaterial zur Verfügung zu stellen.

Zeugen sagten auch der Zeitung Jyllands-Posten, sie hätten Schüsse gehört. „Du wusstest nicht, was los war. Plötzlich brach überall Chaos aus“, sagte die 20-jährige Emilie Jeppesen der Zeitung. Ihre Freundin Astrid Kofoed Jørgensen sagte: „Alle im Restaurant wurden in die Küche geschickt, dann saßen wir da und konnten drei oder vier Schüsse hören.“

Field’s ist ein großes Einkaufszentrum im relativ neuen Stadtteil Ørestad im Süden von Kopenhagen. Auch die große Mehrzweckhalle Royal Arena befindet sich in unmittelbarer Nähe. Dort war am Sonntag ein ausverkauftes Konzert des britischen Sängers Harry Styles geplant. Diese wurde laut Medien nach den tödlichen Schüssen abgesagt.

Mehrere tausend Fans wurden zunächst in die Halle gelassen und warteten dort. Der Fernsehsender TV2 berichtete am Sonntagabend, den Fans in der Halle sei mitgeteilt worden, dass das Konzert aus Sicherheitsgründen nicht stattfinden werde. Die Fans wurden gebeten, die Halle ruhig zu verlassen.

Nach Bekanntwerden der Schüsse teilte der Veranstalter zunächst auf Facebook mit, dass das Konzert dennoch stattfinden werde. Das war jedoch, bevor Todesfälle gemeldet wurden. Hunderte User kritisierten die erste Entscheidung des Veranstalters in den sozialen Medien.

Das dänische Königshaus rief zum Zusammenhalt auf. „Die Situation erfordert Einigkeit und Sorgfalt, und wir danken der Polizei, den Rettungsdiensten und den Gesundheitsbehörden für ihr schnelles und effektives Handeln in diesen Stunden“, hieß es in einer Erklärung von Königin Margrethe II. und dem Kronprinzenpaar – Frederik und Mary – spät Sonntag Abend.

Die königliche Familie zeigte sich schockiert über die „schockierende Nachricht“. „Wir kennen das volle Ausmaß der Tragödie noch nicht, aber es ist bereits klar, dass mehrere Menschen ihr Leben verloren haben und weitere Menschen verletzt wurden“, heißt es in der Erklärung. „Unsere Gedanken und unser tiefstes Mitgefühl sind bei den Opfern, ihren Familien und allen Betroffenen der Tragödie.“

Rettungsdienste riegelten die gesamte Insel Seeland ab, auf der sich die dänische Hauptstadt befindet. Mehrere Straßen und Autobahnausfahrten wurden gesperrt. Um mehr Kräfte zur Aufklärung der Bluttat zur Verfügung zu haben, übernahmen Soldaten Wachdienste von der Polizei. Die Behörden richteten einen Ort ein, an dem Augenzeugen ihre Aussage machen und psychologische Unterstützung erhalten konnten.

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