Donnerstag, Mai 19, 2022

Erdogan lehnt den NATO-Beitritt Schwedens und Finnlands ab


Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat sich gegen den NATO-Beitritt Schwedens und Finnlands ausgesprochen. Erdogan sagte am Freitag vor Journalisten in Istanbul, er habe keine „positive Meinung“ über den Beitritt der beiden Länder zum Militärbündnis. Er begründete seine Haltung damit, dass sich die skandinavischen Länder „wie ein Gästehaus für Terrororganisationen“ verhielten.

Erdogan wirft den skandinavischen Ländern unter anderem vor, Mitgliedern der in der Türkei verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) Unterschlupf zu gewähren. Die Aufnahme neuer Mitglieder muss von den NATO-Mitgliedstaaten einstimmig genehmigt werden. Die Türkei hätte damit die Möglichkeit, die Aufnahme Schwedens und Finnlands zu blockieren.

Das NATO-Mitglied Türkei unterhält gute Beziehungen sowohl zur Ukraine als auch zu Russland. Bisher steht das Land dem Ukraine-Krieg ambivalent gegenüber: Das Land hat die Ukraine mit Kampfdrohnen beliefert – aber im Gegensatz zu seinen westlichen Verbündeten keine Sanktionen gegen Russland verhängt. Auch die Türkei hat wiederholt angeboten, bei Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine zu vermitteln.

Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die beiden skandinavischen Länder auf den Weg gebracht, der NATO beizutreten. Der finnische Staatschef sprach sich am Donnerstag für eine „sofortige“ Bewerbung beim westlichen Verteidigungsbündnis aus. Im benachbarten Schweden soll am Sonntag die Entscheidung zum Nato-Beitritt verkündet werden.

Am Donnerstag warnte Russland vor der Aufnahme Finnlands und Schwedens in die Nato. Dies würde „die Welt und unseren Kontinent nicht stabiler und sicherer machen“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow.

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