Freitag, August 19, 2022

„Es darf keine bundesweiten Schulschließungen mehr geben“

BBundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger hat vor erneuten flächendeckenden Schulschließungen zur Eindämmung des Coronavirus gewarnt. „Daher waren die bundesweiten Schulschließungen ein Fehler, den wir nicht wiederholen dürfen“, sagte der FDP-Politiker im Rückblick auf die vergangenen beiden Pandemiejahre. „Es darf keine bundesweiten Schulschließungen mehr geben.“

Stark-Watzinger verwies auf „schwerwiegende Nebenwirkungen“ wie Gewichtszunahme, psychische Probleme und Einsamkeit sowie erhebliche Lerndefizite bei Kindern und Jugendlichen. „Es gibt Studien, die zeigen, dass Viertklässler beim Lesen bis zu sechs Monate hinterherhinken.“

Es geht auch um Bildungsgerechtigkeit. Beispielsweise sind junge Menschen, die zu Hause unterstützt werden und selbstorganisiert lernen können, besser durch die Pandemie gekommen als solche ohne diese Voraussetzungen.

Im Frühjahr 2020 und im darauffolgenden Winter und Frühjahr 2021 haben die Bundesländer zur Eindämmung der Pandemie ihre Schulen monatelang geschlossen oder nur noch eingeschränkt betrieben. Im vergangenen Winter verhinderte eine auf starkes Betreiben der FDP beschlossene Novelle des Infektionsschutzgesetzes eine erneute flächendeckende Schließung von Schulen.

In den Klassen kam es jedoch wegen vieler Corona-Infektionen und aufgrund der Quarantänevorschriften zu zahlreichen wochenlangen Fehlzeiten von Lehrkräften und Schülern.

Um die entstandenen Bildungsdefizite abzubauen und die durch die Pandemie verursachten sozialen und psychischen Probleme abzufedern, hat die Bundesregierung ein Corona-„Nachholprogramm“ in Höhe von zwei Milliarden Euro für Lernförderprogramme und die Aufstockung von Sozialleistungen aufgelegt Projekte für Kinder, Jugendliche und Familien.

Die Kultusminister der Länder haben kürzlich gefordert, dieses Programm auszuweiten und um weitere 500 Millionen Euro aufzustocken.

Stark-Watzinger sagte: „Der Bund hat den Ländern zwei Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, die noch nicht vollständig ausgegeben sind. Insofern sollte dieses Geld zuerst verwendet werden.“ Als Möglichkeit dafür nannte sie die Aufarbeitung der Corona-Folgen als langfristigen Prozess.“ Und da stimme ich der Kultusministerkonferenz zu. Wir müssen jedoch auf dem richtigen Weg beraten.“

Die Ministerin sprach sich für eine „ganz gezielte“ Schülerförderung aus und warb für das sogenannte Startchancenprogramm, das die Ampelkoalition plant.

Mit diesem Programm sollen bundesweit 4.000 Schulen „in einem besonders schwierigen Umfeld“ mit mehr Geld, zusätzlichen Sozialarbeitern und besserer Infrastruktur unterstützt werden. Stark-Watzinger sagte, es gebe einen intensiven Austausch mit den Bundesländern darüber, welche Schulen das sein werden, nach welchen Kriterien sie ausgewählt werden und wie viel Geld dabei involviert ist.

Bis zum Herbst kündigte sie ein Konzept an. Dann kennst du auch die Maße. „Wir werden jetzt in die konkrete Planung gehen und die Länder in den Prozess einbeziehen.“

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