Dienstag, August 9, 2022

Lauterbach wirbt für eine umsichtige Legalisierung von Cannabis

DDie Legalisierung von Freizeit-Cannabisprodukten rückt immer näher. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat sich am Donnerstag zum Abschluss einer Reihe von Expertenanhörungen klar für eine sanktionsfreie, kontrollierte Abgabe des Rauschmittels ausgesprochen – damit soll eine Vereinbarung aus dem „Ampel „Koalitionsvertrag. Wichtigster Grundsatz bei der Freigabe müsse sein: „Safety First“, sagte der Minister – also „Safety first“.

Im Mittelpunkt der geplanten Neuregelung müsse der Schutz von Kindern und Jugendlichen stehen, sagte Lauterbach. Denn Cannabismissbrauch könne „bei jungen Menschen ein Leben zerstören, bevor es richtig begonnen hat“.

Der abschließenden Fachtagung am Donnerstag gingen vier vom Bundesgesundheitsministerium organisierte Expertenanhörungen voraus. Dort tauschten sich mehr als 200 Experten verschiedener Disziplinen über die Vor- und Nachteile einer Cannabis-Legalisierung aus.

Die Ergebnisse der Konsultationen sollen nun ausgewertet und in den Gesetzgebungsprozess eingebracht werden, sagte der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, Burkhard Blienert (SPD). „Wir haben in den Hearings genau den wertvollen Input erhalten, den wir uns erhofft hatten.“

Lauterbach gab zu, er habe „lange gedacht, dass Cannabis nicht legalisiert werden sollte“. Aber er änderte seine Meinung: „Der repressive Umgang mit Cannabis ist gescheitert“, sagte er. „Die Risiken der derzeitigen Praxis sind größer als das, was mit einer kontrollierten Abgabe erreicht werden könnte.“

Derzeit befinden sich laut Lauterbach immer mehr schädliche Verunreinigungen in illegal gehandeltem Cannabis. Bei einer gesetzlichen Abgabe kann die Qualität jedoch kontrolliert werden. Zudem werde der illegale Cannabismarkt „immer aggressiver“; Die Menschen werden in jungen Jahren an die Droge herangeführt.

Der Minister stellte klar: „Was wir nicht wollen, ist, dass wir Cannabis kleinreden.“ Cannabis ist immer mit gesundheitlichen Risiken verbunden, vor denen insbesondere Kinder und Jugendliche geschützt werden müssen. Vor allem junge Menschen könnten beim Konsum von Cannabis „sehr häufig bei der schulischen und beruflichen Ausbildung auf der Strecke bleiben“, sagte Lauterbach.

Lauterbach verwies auf eigene Kindheitserfahrungen mit Cannabis in seinem Umfeld: „Gute Freunde von mir wurden süchtig, wechselten später zu anderen Drogen und starben.“

Die Ampelparteien hatten in ihrem Koalitionsvertrag die kontrollierte Freisetzung von Cannabis vereinbart. Bis Ende des Jahres wollen sie einen Gesetzentwurf vorlegen; die Ergebnisse sind nach vier Jahren auszuwerten. Die meisten Bundesländer verzichten bereits auf eine strafrechtliche Verfolgung des Besitzes geringer Mengen Cannabis.

An den nun zu Ende gehenden Expertenanhörungen waren nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums Expertinnen und Experten aus Suchtmedizin, Suchthilfe, Recht, Wirtschaft und Verbänden sowie Vertreterinnen und Vertreter der Länder, Kommunen, Bundesministerien und Bundesbehörden beteiligt .

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