Dienstag, Mai 17, 2022

Omicron Subtyp BA.5 und mehrere Mischvarianten in Deutschland nachgewiesen


MNach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) wurden einige der relativ neuen Omicron-Sublinien und Mischvarianten bisher relativ selten oder gar nicht in Deutschland gefunden. Bis zum 18. April wurden laut RKI-Wochenbericht vom Donnerstagabend insgesamt 25 Proben aus der Linie BA.5 nachgewiesen. Der Anteil in einer Stichprobe lag demnach in der vorletzten Woche bei 0,2 Prozent. Neuere Werte liegen noch nicht vor. BA.4 ist noch nicht nachgewiesen. In Deutschland wird das Genom jedoch nur bei einem kleinen Teil der positiven Proben entschlüsselt.

Der in Deutschland vorherrschende Subtyp ist derzeit BA.2, in der Stichprobe gibt das RKI den Anteil für die vorletzte Woche mit über 95 Prozent an. Es wurde – noch besser übertragbar – auf BA.1 gefolgt. BA.4 und BA.5 sind erst seit kurzem bekannt und werden von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Teil von Omicron als besorgniserregend eingestuft. Hinweise kamen nach WHO-Angaben aus Südafrika und einigen europäischen Ländern. Beide Unterlinien hätten andere Eigenschaften als andere Omikron-Varianten, hieß es – Details seien aber noch offen.

Darüber hinaus meldet das RKI Hinweise auf mehrere beobachtete Mischvarianten (sog. Rekombinanten). Sie können entstehen, wenn eine Wirtszelle gleichzeitig mit zwei verschiedenen Erregern infiziert wird. Das RKI erfasst folgende Nachweise: je einen von XD (Spike-Protein aus Omicron, Rest Delta) und von XE sowie drei von XG. Die beiden letzteren sind Mischungen aus BA.1 und BA.2.

„Die am häufigsten nachgewiesene XM-Linie (90-mal) ist eine Rekombinante aus den Omicron-Sublinien BA.1.1 und BA.2“, schreibt das RKI. Dieser wurde Mitte Februar erstmals festgestellt und seitdem in mehreren europäischen Ländern nachgewiesen, darunter Dänemark, die Niederlande und Großbritannien. Teilweise sei der Nachweis auch durch eine gezielte Suche nach bestimmten charakteristischen Mutationen erbracht worden, hieß es. Das RKI weist zudem darauf hin, dass die Einstufung derzeit noch fehleranfällig sein kann.

Bisher gibt es keine epidemiologischen Hinweise auf eine veränderte Übertragbarkeit, Schwere der Erkrankung und/oder eine veränderte Immunantwort bei den Rekombinanten im Vergleich zu den ursprünglichen Varianten. Es wurde gesagt, dass XE im Vergleich zu BA.2 möglicherweise etwas besser übertragbar ist.

Insgesamt spricht das RKI in dem Bericht von rückläufigen Trends bei mehreren Corona-Indikatoren in Deutschland. Unter anderem sinken Kennzahlen zu Krankenhauseinweisungen und Ausbrüchen in Einrichtungen. In mehr als 200 Laboren bundesweit wurden zuletzt immer weniger PCR-Tests durchgeführt, auf denen die amtliche Statistik basiert. Das RKI schreibt, der deutliche Rückgang in der vergangenen Woche sei auch auf den Karfreitag-Feiertag zurückzuführen. Dem Bericht zufolge war mehr als jeder zweite Test positiv. Insgesamt schätzen die Gesundheitsexperten den Infektionsdruck in der Bevölkerung weiterhin als hoch ein.

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