Dienstag, August 9, 2022

SPD verliert – Union hat jetzt sechs Prozentpunkte Vorsprung

ichIn der letzten Juniwoche kam trotz der G-7- und Nato-Gipfel in Deutschland wenig Bewegung in die innenpolitische Stimmung. Das neue „Politbarometer“ der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF, das am Freitag veröffentlicht wurde, zeigt wenig Veränderung: CDU und CSU gewinnen in der Sonntagsfrage („Welche Partei würden Sie wählen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre ?) im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt, während die Kanzlerpartei SPD einen Prozentpunkt verlor. Die Union liegt mit 27 Prozent nun sechs Prozentpunkte vor der SPD (21 Prozent).

Die Werte aller anderen Parteien bleiben unverändert: Die Grünen könnten weiterhin mit 25 Prozent rechnen, die AfD mit 10 Prozent, die FDP mit 6 Prozent und die Linke mit 5 Prozent. Alle anderen Parteien zusammen liegen unverändert bei 6 Prozent, darunter keine Partei, die auf mindestens drei Prozent kommt.

In den Umfragen anderer Institute in den vergangenen zehn Tagen liegt die Union zwischen 26 und 27 Prozent, die Grünen zwischen 21,5 und 24 Prozent, die SPD zwischen 20 und 23 Prozent, die AfD zwischen 9 und 12 Prozent, die FDP zwischen 8 und 8 Prozent 9 Prozent, die Linke zwischen 4 und 4,5 Prozent und alle anderen Parteien zusammen zwischen 5,5 und 9 Prozent.

Das „Politbarometer“ fragte auch nach den Beliebtheitswerten deutscher Spitzenpolitiker. Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) gehört nicht mehr zu den zehn wichtigsten Politikern, dafür ist Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) zurück.

Bei der Wertung von Sympathie und Leistung („Was halten Sie davon?“) liegt der grüne Wirtschaftsminister Robert Habeck weiterhin auf Platz eins. Es wird auf einer Skala von +5 bis -5 mit einer Durchschnittsnote von 2,0 (Juni: 2,1) bewertet. Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) wurde mit 1,6 (1,6) Zweite vor Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) mit 1,2 (1,1).

In der Mitte liegen Heil, Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) mit jeweils 1,1 und Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) mit 0,7. Dahinter folgen Finanzminister Christian Lindner (FDP) mit verbesserten 0,4 und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der mit 0,2 nun vor dem CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz mit minus 0,1 (0,0) liegt. Am Ende der Liste steht die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht mit minus 0,7.

Nur 19 Prozent der Befragten erwarten, dass der Krieg in der Ukraine in diesem Jahr endet. Allerdings glauben mehr als drei Viertel (76 Prozent), dass der Krieg länger dauern wird.

Nach Ansicht von 44 Prozent der Befragten sollte die militärische Unterstützung westlicher Staaten für die Ukraine erhöht werden. Weitere 32 Prozent sprechen sich für eine Beibehaltung der bisherigen Hilfen aus und nur 18 Prozent meinen, dass es weniger militärische Unterstützung geben sollte – darunter wenig überraschend die Mehrheit der Anhänger der AfD (62 Prozent) und der Linken (52 Prozent).

Für die Mehrheit der Befragten ist das westliche Verteidigungsbündnis von enormer Bedeutung für die Sicherheit Deutschlands. 60 Prozent halten die NATO für sehr wichtig und 30 Prozent für wichtig. Nur 4 Prozent ordnen ihm eine weniger wichtige Rolle zu und 3 Prozent überhaupt keine Bedeutung.

61 Prozent und Mehrheiten in allen Parteianhängergruppen halten die Maßnahmen der Bundesregierung zur Abfederung des starken Preisanstiegs für nicht ausreichend. Gut ein Viertel (26 Prozent) findet das gerade richtig und für 6 Prozent tut der Staat hier sogar zu viel.

Die Folgen der Inflation für das Land und für sie persönlich beurteilen die Befragten heute kritischer als noch vor drei Monaten. Nach 73 Prozent Anfang April glauben nun 83 Prozent, dass der starke Preisanstieg in vielen Bereichen ein großes Problem für den Wohlstand in Deutschland ist. Nur 16 Prozent sehen das nicht so. 40 Prozent haben persönlich große Probleme mit der Inflation, verglichen mit 34 Prozent vor drei Monaten. Für 60 Prozent ist dies nach eigenen Angaben nicht der Fall.

Für den kommenden Winter sieht eine Mehrheit ernsthafte Probleme bei der deutschen Erdgasversorgung. 58 Prozent erwarten entsprechende Engpässe für private Haushalte (keine Probleme: 39 Prozent) und drei Viertel (75 Prozent) erwarten Engpässe für die Industrie (keine Probleme: 22 Prozent). Die Bundesregierung will sich bei der Energieversorgung von Russland unabhängig machen – 38 Prozent der Befragten bewerten die bisherigen Anstrengungen als ausreichend, gut die Hälfte (53 Prozent) glaubt, dass die Regierung dafür nicht genug tut.

Um die Energieversorgung in den kommenden Jahren zu sichern, wird die weitere Nutzung verschiedener Energieträger diskutiert. Die große Mehrheit der Befragten (91 Prozent) spricht sich für einen beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien aus (gegenüber: 7 Prozent). Ein längerer Betrieb von Kohlekraftwerken als bisher geplant wird von 60 Prozent (vs. 37 Prozent) und längere Laufzeiten von Kernkraftwerken von 57 Prozent (vs. 41 Prozent) befürwortet.

Die Umfrage für das „Politbarometer“ wurde von der Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden telefonisch vom 28. bis 30. Juni mit 1186 zufällig ausgewählten Wählern durchgeführt. Berücksichtigt wurden sowohl Festnetz- als auch Mobilfunknummern. Die Umfrage ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Die Fehlerquote liegt bei einem Anteil von 40 Prozent bei etwa +/- drei Prozentpunkten und bei einem Anteil von 10 Prozent bei etwa +/- zwei Prozentpunkten.

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