Dienstag, Mai 17, 2022

Stadtrat von Mariupol – Weiteres Massengrab mit bis zu 1000 Toten entdeckt


Uin der Nähe der Hafenstadt Mariupol Neue Satellitenbilder deuten auf ein mögliches weiteres Massengrab hin. „Diesmal im linken Uferviertel in der Nähe des Friedhofs WynoradneDas sagte der Abgeordnete des Stadtrats, Petro Andryushchenko, am Freitag dem Nachrichtendienst Telegram.

Die Besatzer würden versuchen, Kriegsverbrechen zu vertuschen. Die vom US-Satellitenfotodienst Maxar vom 22. März bis 15. April verbreiteten Bilder sollen einen Friedhof bei Wynohradne vor, während und nach einer Erweiterung der Gräber zeigen.

Wynohradne liegt am östlichen Rand der Hafenstadt am Asowschen Meer. Bereits am Vortag hatten ukrainische Beamte anhand von Satellitenbildern ein mögliches Massengrab in Manhush etwa 15 Kilometer westlich des Stadtrands vermutet. Die Informationen können nicht unabhängig überprüft werden.

Bereits kurz nach der vollständigen Einschließung von Mariupol von russischen Truppen Anfang März mehrere Fotos mit Toten in Massengräbern aufgetaucht, vermutlich aus Mariupol. Vertreter der ukrainischen Stadtverwaltung gehen davon aus, dass durch die schweren Kämpfe und Bombenangriffe mindestens 20.000 Einwohner getötet wurden.

Vor Beginn des russischen Angriffskriegs vor knapp zwei Monaten hatte die Stadt rund 440.000 Einwohner. Nun sollen sich mehr als 100.000 in der weitgehend zerstörten Stadt aufhalten. Russland hat Mariupol trotz des ukrainischen Widerstands gegen das Asowstaler Stahlwerk für vollständig erobert erklärt.

Unterdessen berichtet die Ukraine, dass sie sagt, dass sie den Krieg mit Russland sehr bald gewinnen wird. „Wir sind absolut sicher, dass die Ukraine diesen Krieg gewinnen wird, und zwar in sehr kurzer Zeit“, sagte der ukrainische Premierminister Denys Shmyhal gegenüber CNN.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte davor, dass die jüngsten Äußerungen des russischen Militärs zeigen, dass die russische Invasion in der Ukraine nur der Anfang sei. Danach wollten sie andere Länder erobern. „Alle Völker, die wie wir an den Sieg des Lebens über den Tod glauben, müssen mit uns kämpfen. Sie müssen uns helfen, denn wir sind die Ersten in der Reihe.

Und wer wird der nächste sein?“ Selenskyj reagiert damit auf ein Zitat des stellvertretenden Kommandeurs des zentralen Militärbezirks Russlands, Rustam Minnekajew, in russischen Medien. Demnach will Russland den Donbass in der Ostukraine und im Süden vollständig unter seine Kontrolle bringen und ein Tor nach Transnistrien öffnen. Transnistrien ist eine abtrünnige Region im Osten der Republik Moldau.

Außerdem rief er die Bürger seines Landes zum Widerstand gegen den russischen Angriffskrieg auf. „Jeder muss sich bei jeder Gelegenheit gegen die Besatzung wehren“, so Zelenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft weiter. Die Leute sollten nicht mit den Russen kooperieren. Diejenigen, die in von russischen Einheiten kontrollierten Gebieten leben, sollten ihnen „so viel Ärger wie möglich bereiten“.

Zudem könnte nach ukrainischen Angaben am Samstag eine Evakuierung aus der schwer beschädigten ukrainischen Hafenstadt erfolgen Mariupol geschehen. „Es besteht die Möglichkeit, dass wir einen humanitären Korridor von Mariupol aus eröffnen können“, sagte die stellvertretende Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk am späten Freitagabend auf Facebook.

Als Treffpunkt für Samstag um 10 Uhr nannte Wereschtschuk ein Einkaufszentrum im Norden der Stadt, das direkt an einer der Ausfahrtsstraßen liegt. Sie sagte weiter, dass Fluchtkorridore aus der Stadt mehrmals versagt hätten und dass sie verstehe, wie schwierig dies für die Menschen sei. „Aber du und ich müssen es so oft versuchen, bis es funktioniert.“ Konkrete Details wollte sie am Samstagmorgen mitteilen.

Es gab widersprüchliche Berichte über die Lage der verbliebenen ukrainischen Kämpfer und Zivilisten aus dem belagerten Stahlwerk Asovstal. Die russische Agentur Tass schrieb am Freitagabend unter Berufung auf Informationen der separatistischen „Volksmiliz“ in der Region Donezk, dass keine ukrainischen Kämpfer einen „humanitären Korridor“ benutzt hätten, um sich zu ergeben oder Zivilisten zu evakuieren.

Am Freitag zuvor hatte Kiew russische Truppen beschuldigt, Zivilisten daran gehindert zu haben, das Stahlwerk zu verlassen. Russland hatte Mariupol diese Woche trotz ukrainischen Widerstands gegen das Asowstaler Stahlwerk für vollständig erobert erklärt.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine vor zwei Monaten haben ukrainische Rettungskräfte mehr als 1.200 unter Trümmern eingeschlossene Zivilisten gerettet. Das teilte der ukrainische Innenminister Denys Monastyrskyj in einer am Samstagabend auf Facebook veröffentlichten Videobotschaft mit.

Außerdem seien mehr als 70.000 Einheiten verschiedener Arten von Munition oder Sprengkörpern unschädlich gemacht worden, darunter 2.000 Fliegerbomben, sagte Monastyrsky. Rund 12.000 Hektar Land waren nach Sprengfallen abgesucht worden.

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