Dienstag, Oktober 4, 2022

„Absolute Sauerei“ – Kramer kritisiert Plakate und Lieder gegen Eberl und Rose

Er ist bekannt für klare Worte. Nicht zuletzt deshalb ist er seit einigen Jahren auch abseits des Platzes gefragt. Christoph Kramer, der für Borussia Mönchengladbach spielt und im ZDF als Experte bei der WM 2018 und der EM 2021 fungierte, kritisierte scharf die Art und Weise, wie einige seiner eigenen Fans ihren Ärger über Marco Rose und Max Eberl äußerten.

„Ich finde das absolut ekelhaft. Das ist nicht richtig“, sagte der Mittelfeldspieler nach dem 3:0 (2:0)-Erfolg gegen RB Leipzig am Samstagabend. Während des Spiels beleidigten Fans von Borussia Mönchengladbach Leipzigs Trainerin Rose mit derben Liedern und den ehemaligen Gladbacher Sportdirektor mit derben Parolen auf Plakaten.

„Ich schätze beides persönlich und sportlich unglaublich. Frust kann ich verstehen. Ich finde das RB-Konstrukt auch nicht sehr romantisch. Aber Hass hat auf dem Sportplatz, in unserem Verein, in der Welt, in der wir leben, nichts zu suchen“, so Kramer weiter.

Rose war zwischen 2019 und 2021 für die Borussia als Trainer tätig, hatte aber im Frühjahr 2021 angekündigt, mit einer Ausstiegsklausel aus dem am Niederrhein ungeliebten Dortmund zur Borussia zu wechseln. Das nahmen die Gladbacher Fans übel, weil er immer wieder angekündigt hatte, langfristig etwas in Mönchengladbach aufbauen zu wollen. Nach seinem Scheitern als BVB-Trainer ist Rose nun Trainer in Leipzig.

Der langjährige Gladbacher Sportvorstand Eberl erklärte im Januar unter Tränen, er sei erschöpft und brauche eine Pause vom Fußball. Sein bis 2026 laufender Vertrag in Gladbach ruht seitdem. Dass RB Leipzig Eberl verpflichten möchte, ist schon länger bekannt. Laut RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff steht der Deal, bei dem eine Ablöse für die Borussia zu zahlen wäre, kurz vor dem Abschluss.

Besonders hart gingen die Borussia-Fans mit Eberl um. Das Gladbacher Fanprojekt warf Eberl in der Woche vor dem Spiel gegen Leipzig in einem offenen Brief unter anderem Lügen vor. Im Stadion hingen während des Spiels am Samstag Plakate, die Eberl als „charakterloses Arschloch“ bezeichneten. „Es war nicht nur eine Schaufel drüber. Das waren ein paar Schaufeln drüber“, sagte Kramer.

Laut Schiedsrichter Patrick Ittrich drohte sogar ein Spielabbruch. Durch die Durchsage des Stadionsprechers forderte er die Fans auf der Nordtribüne auf, ein beleidigendes Plakat zu entfernen. Darin stand: „Ein Hurensohn-Club stellt nur Hurensöhne ein.“ Bei solchen Beleidigungen habe er eine „relativ kurze Leine“, sagte Ittrich bei Sky.

„Ich hatte nie Angst, dass dieses Spiel abgebrochen wird. In den letzten drei Monaten habe ich Borussia Mönchengladbach als einen Verein voller Stil und Klasse kennengelernt. So habe ich auch immer unsere Fans kennengelernt“, sagte Gladbach-Trainer Daniel Farke. Tatsächlich wurde das Plakat nach kurzer Zeit entfernt.

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