Dienstag, August 9, 2022

Auch ohne seine Tennistasche ist Oscar Otte nicht zu stoppen

MManchmal leiden auch die Besten der Branche unter Alltagsproblemen: Oscar Otte fehlt seit seiner Ankunft beim Grand-Slam-Turnier in Wimbledon eine Tennistasche mit Schuhen und Saiten. Das Gepäckstück ging auf dem Flug nach London verloren – und die Airline konnte es seitdem nicht mehr finden.

„Wir können dort niemanden erreichen, ich glaube, die Tasche ist weg“, berichtete Otte am späten Montagabend am Klassiker-Rasen nach seinem klaren Erstrundensieg gegen Peter Gojowczyk. „Zum Glück habe ich mir am Vorabend gesagt: Nimm die Schläger lieber ins Handgepäck. Das war wichtig, weil ich wahrscheinlich so schnell keinen Schläger in die Finger bekommen hätte.“

Der Koffer mit Kleidung kam an, im Gegensatz zur Tasche. Dazu gehörten fünf Paar Grasschuhe und eine Rolle Saiten zum Besaiten von Schlägern. Sein Ausstatter konnte rechtzeitig vor Turnierbeginn zwei Paar Schuhe in Ottes Größe liefern. „Wenn es weiter gut läuft, müssen sie noch einige schicken“, sagte der 28-Jährige aus Köln.

Wegen der starken Beanspruchung des Rasens zieht der Weltranglisten-36. normalerweise jedes Los ein neues Paar. In Abwesenheit des verletzt vermissten Olympiasiegers Alexander Zverev ist Otte bei den Männern die deutsche Nummer eins in Wimbledon.

Beim 6:1, 6:2, 6:1 in nur 77 Minuten gegen den Münchner Gojowczyk war er kaum gefordert. Am Dienstag kann Otte entspannt zusehen, ob der Brite Jay Clarke oder Christian Harrison aus den USA sein nächster Gegner sein werden. Das Schicksal seiner Tasche liegt nicht in seiner eigenen Hand. Auch ein ausgefülltes Online-Formular hat noch kein positives Ergebnis gebracht. Neben den Tennisutensilien hatte der Inhalt auch einen emotionalen Wert: „Ich glaube, er enthielt sogar den Glücksstein meines Vaters, den er mir vor Jahren geschenkt hat“, sagte Otte.

Bei den Damen gelang der besten deutschen Spielerin ein problemloser Einstand beim Klassiker: Angelique Kerber warf mit einem glücklichen Lächeln ihr weißes Handtuch ins Publikum. Die Siegerin von 2018 meisterte ihre Auftaktaufgabe beim beliebten Turnier in Windeseile und präsentierte sich in starker Frühform.

Beim 6:0, 7:5 deklassierte Kerber die Französin Kristina Mladenovic im ersten Satz in nur 16 Minuten und meisterte auch im zweiten Durchgang enge Situationen. „Es war ein sehr schwieriges Match. Ich habe gut angefangen, aber sie hat auch nicht wirklich gut gespielt“, sagte die 34-jährige Kielerin. „Ich musste ruhig bleiben und dann mein bestes Tennis spielen. Ich bin froh, weiter zu sein.“

Bereits nach 62 Minuten krönte Kerber eine starke Leistung. Für die dreimalige Grand-Slam-Turniersiegerin war es ihr 37. Erfolg an ihrem selbsternannten „magischen Ort“ an der legendären Church Road – und ein besonderer. Bei ihrer 14. Wimbledon-Teilnahme gelang ihr zum vierten Mal ein Satzgewinn ohne Spielverlust.

Die 22-jährige Jule Niemeier besiegte die Chinesin Xiyu Wang nach nur 73 Minuten mit 6:1, 6:4 und feierte damit ihren ersten Sieg überhaupt bei einem Grand-Slam-Turnier. „Ich bin sehr zufrieden mit meiner heutigen Leistung, weil ich von Anfang bis Ende sehr gut gespielt habe“, sagte der Dortmunder, der nun auf die an Nummer zwei gesetzte Estin Anett Kontaveit trifft.

Tatjana Maria mit einem Score von 4:6, 6:3 gegen Astra Sharma (Australien), Tamara Korpatsch (7:6 (9:7), 5:7 gegen Heather Watson Great Britain) und Daniel Altmaier (3:6, 5 :7 gegen Mikael Ymer/Schweden) müssen am Dienstag ihre bereits begonnenen Partien beenden. Dann sind die anderen Deutschen Andrea Petkovic, Nastasja Schunk, Dominik Koepfer und Nicola Kuhn an der Reihe.

Related Articles

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

- Advertisement -

Latest Articles