Dienstag, Oktober 4, 2022

Das Märchen ist zu Ende – Deutschland scheitert im EM-Halbfinale

DDer Traum vom Gold ist vorbei. Trotz einer erneut beeindruckenden Leistung verpassten die deutschen Basketballer ihr erstes EM-Finale seit 17 Jahren nur knapp. Das Team um den überragenden Kapitän Dennis Schröder musste sich am Freitagabend in Berlin Weltmeister Spanien mit 91:96 (51:46) geschlagen geben. Die Chance auf die erste Medaille seit Silber 2005 besteht noch.

Im Spiel um Platz drei kann Deutschland am Sonntag (17.15 Uhr/RTL und Magentasport) gegen Polen noch Bronze gewinnen. Das Finale bestreiten am Abend (20.30 Uhr) die Olympia-Zweiten Frankreich und Spanien. Die Franzosen hatten Außenseiter Polen im ersten Halbfinale mit 95:54 (34:18) deklassiert.

Auch eine Basketball-Gala von Schröder konnte die unglückliche Niederlage nicht verhindern. Einen Tag nach seinem 29. Geburtstag zeigte der Kapitän die beste internationale Leistung seiner Karriere und war mit 30 Punkten klar bester Scorer seiner Mannschaft. Doch am Ende reichte es trotz prominenter Unterstützung in der Halle nicht. Auch die Anwesenheit von Außenministerin Annalena Baerbock nützte nichts.

„Großartig, die Atmosphäre ist unglaublich. Ganz Deutschland unterstützt ihn. Das ist einzigartig hier in der Halle“, sagte Baerbock in der Halbzeitpause. „Außenpolitik findet nicht nur in den Ministerien statt, sondern auch auf Basketball- und Fußballplätzen. Dass die deutsche Mannschaft so weit gekommen ist, ist eine in diesen Zeiten ein echter Motivationsschub für alle im Land“, ergänzte der Grünen-Politiker. Nun liegt es an Schröder und Co., die Enttäuschung abzuschütteln, um sich gegen Polen den Medaillentraum zu erfüllen.

Deutschland gegen Spanien – das waren in der Vergangenheit immer ganz besondere Duelle. 2001 ging es um die Bronzemedaille, 2005 um einen Platz im Finale, 2015 um das Aus für Dirk Nowitzki im Nationaltrikot und 2017 um ein Halbfinalticket.

Besonders für die deutsche Basketball-Legende Nowitzki waren die Spiele gegen Spanien immer etwas Besonderes. 2001 reichten seine besten 43 Punkte im Spiel um Platz drei bei der Europameisterschaft nicht für Bronze. Vier Jahre später spielte der gebürtige Würzburger im Halbfinale die vollen 40 Minuten und entschied die Partie wenige Sekunden vor Schluss mit einem Schuss.

Diesmal feuerte Nowitzki von der Tribüne aus an. „Heute sind wir ein bisschen Favorit, das ist eine andere Rolle, manchmal etwas schwieriger. Aber ich finde, die Jungs machen das immer noch abgezockt“, sagte Nowitzki vor dem Spiel bei RTL, das wie das Viertelfinale gegen Griechenland übertragen das Spiel zur besten Sendezeit im Free-TV.

Und tatsächlich zeigte sich das deutsche Team zunächst nicht nervös. Angetrieben vom überragenden Schröder attackierte Deutschland im Viertelfinale das Griechenland-Spiel. Einen Tag nach seinem 29. Geburtstag holte der Point Guard im ersten Viertel neun Punkte und setzte seine Mitspieler immer wieder gekonnt in Szene. So etwa Daniel Theis mit einem hohen Pass, den der Center mit einem krachenden Dunk zum 16:16 verwandelte.

Nach dem ersten Viertel lag die deutsche Mannschaft noch drei Punkte zurück, weil sie sich nicht wehren konnte. Zudem fielen die Drei prozentual nicht so hoch wie gegen die Griechen. Im zweiten Abschnitt blieb Deutschland 3:20 Minuten ohne Punkt, während Spanien auf neun Punkte davonzog.

Doch dann übernahm Schröder wieder die Kontrolle und drückte seine Teamkollegen nach vorne. Mit einem 14:0-Lauf drehten Schröder und Andreas Obst das Spiel mit zwei Dreiern. Zur Pause hatte Deutschland fünf Punkte Vorsprung, 14.073 Zuschauer tobten in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena. „Es gibt niemanden, der Dennis mit dieser Geschwindigkeit stoppen kann“, lobte Maodo Lo den deutschen Kapitän zur Pause.

Nach dem Seitenwechsel war der Schwung kurzzeitig weg. Mit zehn Punkten in Folge übernahm Spanien erneut die Führung. Diesmal war es Franz Wagner, der Deutschland mit fünf Punkten zurück in die Spur brachte. 14 Punkte in Folge brachten dem Herbert-Team einen Zehn-Punkte-Vorsprung. Spektakulär war auch das letzte Viertel, doch der abgezockte Weltmeister schlug noch einmal zurück und krönte am Ende sein Comeback.

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