Dienstag, August 9, 2022

Die Bayern-Bosse verteidigen ihr Engagement in Katar vehement

EEs war eine hitzige Debatte, die die Verantwortlichen des FC Bayern führen mussten. Knapp zwei Stunden debattierten Vorstandsvorsitzender Oliver Kahn und Präsident Herbert Hainer am runden Tisch über die spätestens seit der turbulenten Jahreshauptversammlung im Herbst 2021 umstrittenen Beziehungen des Verbandes zu Katar. Neben dem Cheforganisator der WM 2022 , Hassan Al-Thawadi und Stephen Cockburn, Leiter der Abteilung für wirtschaftliche und soziale Gerechtigkeit bei Amnesty International, gehörten zu den Gästen auch Michael Ott und Robin Feinauer, katarkritische Fans.

Der FC Bayern hat mit Qatar Airways einen bis 2023 laufenden Sponsorenvertrag. Allerdings ist die Geschäftsbeziehung mit Qatar in der Fanszene des Klubs wegen der Menschenrechtslage im Gastgeberland der WM 2022 und der Arbeitsbedingungen weltweit umstritten Cup-Baustellen.

Die Bayern-Bosse haben die Verpflichtung nun vehement verteidigt. „Verbesserungen lassen sich nur durch Schauen und Reden anstoßen“, sagte Hainer. „Ich bin fest davon überzeugt, dass diesem Land eine Chance gegeben werden muss.“ Kahn betonte, dass in Sachen Menschenrechte „schon viel passiert“ sei und die Situation in Katar „etwas abwertend“ gesehen werde. „Seit der Fußball in Katar angekommen ist, hat sich viel verändert“, sagte Kahn.

Katar wurde wiederholt wegen systematischer Menschenrechtsverletzungen und der Ausbeutung von Migranten kritisiert. Die Regierung des wohlhabenden Emirats weist die Vorwürfe zurück und leitet Reformen zugunsten ausländischer Arbeitnehmer ein. WM-OK-Chef Al-Thawadi sagte „mit Stolz, dass wir das Menschenmögliche getan haben und uns dem Fortschritt verschrieben haben“.

Die Fans Ott und Feinauer hielten dagegen. „Katar aktiv zu fördern, das halte ich für den falschen Weg“, sagte Ott und kritisierte eine angeblich „einseitige Markenbotschaft aus Katar“ und verwies unter anderem auf die viel kritisierte Menschenrechtssituation im Land. „Wenn es keine rote Linie für eine Werbepartnerschaft mit Katar gibt, wo sind dann noch rote Linien für den FC Bayern?“

Gemeinsam mit Mitglied Feinauer legte er der bayerischen Führung einen Fragenkatalog zu dem heiklen Thema vor. „Es stellt sich die Frage, wie viele Menschen sterben müssen, bis das Ende des Reformprozesses erreicht ist“, sagte Feinauer.

Ott hatte bereits bei der Jahreshauptversammlung im Herbst 2021 einen Spontanantrag stellen wollen, um über das Sponsoring bei der katarischen Fluggesellschaft abstimmen zu lassen. Das hat die Präsidentschaft nicht zugelassen. Ott kritisierte daraufhin scharf das Verhalten der FCB-Führung.

Zu dem erneuten Austausch erklärte Kahn, dass Ott und Feinauer einen „wichtigen Anteil“ daran hätten, sich „in einem respektvollen Miteinander“ zu begegnen. Mit der Veranstaltung, so Kahn, wolle man zeigen, „dass man sich unabhängig von unterschiedlichen Meinungen und Einstellungen an einen Tisch setzen, sich treffen, zuhören und austauschen kann“.

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