Freitag, August 12, 2022

Drama mit tödlichem Ende vor dem CHIO-Finale

SKeil beim Weltfest des Pferdesports in Aachen. Nach einem Unfall im Gelände bei der CHIO-Vielseitigkeitsprüfung wurde das Pferd „Allstar“ der britischen Weltmeisterin Rosalind Canter auf Anraten der Tierärzte eingeschläfert. Canter und Miteigentümerin Caroline Moore hatten dem Schritt schweren Herzens zugestimmt.

„Ich habe keine Worte, um den Respekt und die Liebe zu beschreiben, die ich für Alby habe. Er hat eine große Rolle beim Aufbau meiner Karriere gespielt und wird jetzt von vielen vermisst werden“, sagte die 36-jährige Canter. Mit „Allstar“ wurde sie, unter anderem 2018 Doppelweltmeister in Tryon.

Der 17-jährige Hengst wurde am Hindernis 16 mit einem Bein schwer getroffen, verweigerte einen Folgesprung und spreizte dann vor Schmerzen das linke Vorderbein. Der Schauplatz des Schreckens wurde sofort von Streckenposten mit Planen abgedeckt und Allstar sofort in eine Tierklinik gebracht – doch dort konnte niemand helfen.

„Das ist ein schwerer Schlag für die Kavallerie. So etwas hat es in Aachen schon lange nicht mehr gegeben. Aber es war ein Unfall, der immer passieren kann“, sagte Turnierdirektor Frank Kempermann im WDR.

Nach dem Drama des Unfalls eine weitere Schrecksekunde beim Meggle-Preis in der Dressur: Superstar Isabell Werth, die mit dem deutschen Team im Nationenpreis auf Titelkurs war, wurde mitten in ihrer Präsentation von den Richtern verkündet der Grand-Prix-Spezial. An der Schnauze ihres 12-jährigen Hengstes Quantaz war Blut. Laut Reglement musste Werth ihren Ritt abbrechen und wurde disqualifiziert.

Die Ursache sei harmlos, habe aber schwerwiegende Folgen: Quantaz biss sich auf die Zunge, sagte die siebenmalige Dressur-Olympiasiegerin. „Scheiße passiert. Wer nicht alles erlebt hat, war noch nicht lange genug dabei. Jetzt habe ich diese Erfahrung gemacht“, sagte der 52-Jährige aus Rheinberg. „Es war das erste Mal und hoffentlich das letzte Mal. Quantaz ist in Ordnung.“

Durch die Disqualifikation verpasste das deutsche Team die Chance auf den Gewinn der nationalen Rangliste. Dänemark sicherte sich diesen mit Cathrine Dufour an der Spitze. Der 30-Jährige siegte mit Vamos Amigos vor Frederic Wandres aus Hagen am Teutoburger Wald auf Duke of Britain.

Der CHIO nähert sich an diesem Sonntag seinem Finale. Auch ohne die millionenschwere Prämie ist ein Sieg im Großen Preis von Aachen für einen Top-Springreiter ein Muss in einer erfolgreichen Karriere. „Hier einmal zu gewinnen, ist etwas, was man in seinem Leben erreichen möchte. Es ist etwas ganz, ganz Besonderes. Das gilt nicht nur für mich, sondern für alle Fahrer“, sagte Christian Ahlmann. Den Triumph im 40.000 Zuschauer fassenden Reitstadion in der Soers hat der 47-Jährige aus Marl bereits erlebt: 2014 siegte er auf Codex One.

Ab 14.30 Uhr wird sich Ahlmann mit Dominator im 1,5 Millionen Euro teuren Springreiten versuchen. Mit dem Sieg auf seinem zweiten Pferd Solid Gold im Allianz Preis konnte er sich am Samstag richtig einstimmen. „Für mich ist es der Tag der Tage im Jahr“, sagte er über das Highlight am Sonntag.

Bei der Corona-Ausgabe im September 2021 hat sich Daniel Deußer mit seinem Erfolg auf Killer Queen auf der berühmten Siegertafel auf dem CHIO-Gelände verewigt. Auch der in Belgien lebende Hesse ist mit der Stute bei der diesjährigen Ausgabe dabei.

Neben dem Preisgeld von 500.000 Euro kann Deußer ebenso wie der Schweizer Martin Fuchs mit einem weiteren Preisgeld rechnen. Der Grand Prix von Aachen ist Teil der Grand-Slam-Serie. Dazu gehören auch die Grand Prix in Spruce Meadows, Kanada, in s’Hertogenbosch, Niederlande, und in Genf.

Bei einem Sieg in einem Grand-Slam-Turnier können sich Reiter über Prämien von bis zu einer Million Euro freuen, wenn sie zuvor in einem oder mehreren der anderen drei Wettbewerbe erfolgreich waren. Deußer hatte im März mit Tobago in s’Hertogenbosch gewonnen, der Fuchs im Dezember in Genf.

Insgesamt 40 Paare – darunter zwölf aus Deutschland – qualifizierten sich für den Grand Prix am Sonntag. Die Entscheidung fällt nach zwei Umläufen und einem Stechen.

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