Dienstag, August 16, 2022

Ecclestones verstörende Lobeshymne auf Wladimir Putin

Der ehemalige Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat die Rennserie mit Wladimir Putins heftiger Abwehr erneut in Verlegenheit gebracht. Mit der Aussage, er werde für den Kreml-Chef noch „durchs Feuer gehen“, habe Ecclestone nur eine „persönliche Sichtweise“ zum Ausdruck gebracht, betonte die Formel 1 am Donnerstag. Die Meinung des 91-Jährigen stehe „im ganz klaren Gegensatz zur Stellung moderner Werte in unserem Sport“, hieß es in einer Mitteilung vor dem Rennen in Silverstone.

Ecclestone hatte zuvor mit einem Auftritt in einer morgendlichen TV-Show irritiert. Durch den Einmarsch in die Ukraine hat Putin lediglich das getan, was er für das Richtige für Russland hielt. Der russische Präsident sei eine „erstklassige Persönlichkeit“, so Ecclestone weiter.

Ecclestone behauptete, Putin habe den Tod Tausender unschuldiger Menschen in der Ukraine durch die Invasion nicht freiwillig akzeptiert. Der Milliardär hingegen sieht die Verantwortung für den Krieg beim ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Er vermisste das Gespräch mit Putin. „Hätte er genug darüber nachgedacht, hätte er versucht, mit Putin darüber zu sprechen“, sagte Ecclestone. Der russische Präsident ist ein vernünftiger Mensch, der zuhört und „etwas getan“ hat.

Auch die Entscheidung der Formel 1, russische Fahrer auszuschließen und den Vertrag für Rennen in Russland zu kündigen, war falsch. Die Rennserie sagte einen Tag nach dem russischen Angriff auf die Ukraine den Großen Preis von Sotschi „mit Schock und Trauer“ ab.

Ecclestone verteidigte auch Ex-Weltmeister Nelson Piquet, der wegen rassistischer Äußerungen über Lewis Hamilton in die Kritik geraten war. Der Brasilianer werde absichtlich nichts Schlechtes sagen, beteuerte der frühere Formel-1-Geschäftsführer. Er war überrascht, dass Hamilton die Sache nicht einfach beiseite geschoben hätte.

Der dreimalige Champion Piquet hatte Hamilton in einem erst jetzt bekannt gewordenen Interview vom vergangenen November verunglimpft. Die Formel 1, der Weltverband Fia und etliche Piloten und Teams sprangen öffentlich auf Hamiltons Seite. Der 37-Jährige selbst twitterte: „Das sind überholte Ansichten, die sich ändern müssen und in unserem Sport nichts zu suchen haben.“ Der 69-jährige Piquet entschuldigte sich für seine Worte, bestritt aber einen rassistischen Hintergrund.

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