Samstag, August 20, 2022

„Eltern schikanieren, Trainer werden wild“

EDie Entscheidung fiel Ende März. Der 44. Ordentliche DFB-Bundestag in Bonn bestätigte daraufhin die verbindliche Umsetzung der neuen Spielformen im Kinderfußball – und folgte damit der Entscheidung des DFB-Bundesjugendtags. Ab der Saison 2024/25 lösen die geänderten Spielformen, die kleinere Mannschaftsstärken auf kleineren Spielfeldern vorsehen, als feste Formate die bisherigen Wettkampfangebote in der G-, F- und E-Jugend ab.

Die Entscheidung wird jedoch nicht allgemein akzeptiert. Patrick Ittrich, Bundesliga-Schiedsrichter aus Hamburg, kritisiert das Fehlen von Schiedsrichtern bei den angestrebten neuen Spielformen im Kinderfußball. Laut Deutschem Fußball-Bund (DFB) soll der Spaß am Spiel im Vordergrund stehen und das Erlebnis über dem Ergebnis stehen. Die Kinder sollen sich auch ohne Schiedsrichter selbst regeln.

„Ich schaue mir das jetzt seit fünf Minuten an“, sagte Ittrich in einem Video, das er am Samstag auf seinen Twitter- und Instagram-Kanälen gepostet hatte. „In diesen Ligen und in diesem Turniermodus, den die Kleinen spielen, gibt es keine Schiedsrichter mehr, und das finde ich grundsätzlich falsch.“

Der Fairplay-Gedanke werde nicht umgesetzt, sagte Ittrich. „Es geht gar nicht, wenn nicht jemand da ist, der sagt, es ist ein langer und unvoreingenommener Weg.“ Für den 43-Jährigen spielen die Eltern eine wichtige Rolle. „Sie laufen draußen hin und her wie Tiger und brüllen das Feld an. Die Trainer laufen aufs Feld und fordern Tore für sich ein. Wie soll Fair Play entstehen?“ sagte Ittrich.

Er bittet um eine Anpassung. „Wir müssen dringend daran arbeiten, dass Schiedsrichter in dieser Liga auch auf den Platz gehören“, sagte der 43-Jährige.

Related Articles

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

- Advertisement -

Latest Articles