Dienstag, Oktober 4, 2022

Hadern bei Hertha – „Sehr bitter, das sind definitiv zwei verlorene Punkte“

TRainer Sandro Schwarz holte bei seiner Rückkehr in die alte Heimat einen Punkt mit, verpasste aber in der Nachspielzeit den erhofften Sieg mit Hertha BSC. Der langjährige Spieler und Trainer des 1. FSV Mainz 05 musste sich bei seinem Ex-Klub am Freitagabend trotz einer verdienten Führung mit einem 1:1 (1:0)-Unentschieden bei den Berlinern begnügen.

Der Franzose Lucas Tousart erzielte im Auftaktspiel des 7. Spieltags der Fußball-Bundesliga nach einer halben Stunde das 1:0 für die Gäste. Der eingewechselte Anthony Caci traf in der vierten Minute der Nachspielzeit zum Ausgleich für die 05er. Hertha, seit drei Spielen ungeschlagen, hat aus den vergangenen drei Spielen fünf Punkte geholt. Mainz blieb im dritten Heimspiel der Saison sieglos und verpasste den zwischenzeitlichen Sprung auf den dritten Tabellenplatz.

„Leider konnten wir unser Gegentor nicht verteidigen. Das ist sehr bitter, das sind definitiv zwei verlorene Punkte“, sagte Hertha-Kapitän Marvin Plattenhardt auf DAZN. Auch Mainzer Sportvorstand Martin Schmidt war unzufrieden: „Das war lange viel zu wenig. Wir hatten Probleme mit der Aggressivität des Gegners.“

Bei Hertha musste Suat Serdar krankheitsbedingt passen, er wurde durch den ehemaligen Mainzer Profi Jean-Paul Boetius ersetzt. Bei Mainz ersetzten Edimilson Fernandes und Jae-sung Lee die fehlenden Alexander Hack (gesperrt) und Jonathan Burkardt (verletzt). Der Niederländer Delano Burgzorg, der als möglicher Burkardt-Ersatz hätte in Frage kommen können, stand aus „disziplinarischen Gründen“ nicht im Kader, wie 05-Trainer Bo Svensson vor dem Anpfiff verriet, ohne näher darauf eingehen zu wollen: „Er bleibt intern.“

Beide Mannschaften verzichteten zunächst auf das große Risiko, Sicherheitspässe im Mittelfeld prägten das Bild. Marc Oliver Kempf konnte den Ball im letzten Moment blocken, als Mainz-Stürmer Karim Onisiwo (9.) den ersten Schuss hatte. Herthas Innenverteidiger verdrehte sich den Knöchel und musste zur Halbzeit ausgewechselt werden.

Die Hertha-Elf versteckte sich nicht, sondern suchte mit ihrem schnellen Angriffstrio Dodi Lukebakio, Wilfried Kanga und Chidera Ejuke den Weg in die Offensive. Das wurde mit dem Führungstreffer belohnt – dank starker Hilfe des Gegners: Maxim Leitsch aus Mainz spielte bei einem Klärungsversuch den Ball vor die Füße von Ejuke, der ungehindert flanken durfte, und niemand im Zentrum fühlte sich dafür verantwortlich Torschütze Tousart.

Mit der Führung im Rücken hielten die Gäste den Druck aufrecht, der auffällige Ejuke hatte in der 41. Minute das 2:0 auf dem Fuß. Doch 05-Torhüter Robin Zentner reagierte heftig. Die Mainzer agierten daraufhin hektisch und falsch. Burkardt, der zum Zuschauen auf Krücken ins Stadion kam, fehlte als Passgeber und Kombinationsspieler.

Nach dem Seitenwechsel hatte Hertha Glück, dass Schiedsrichter Frank Willenborg laut Videobildern die Gelbe Karte für Plattenhardt ließ. Der Kapitän war Fernandes bei einer unglücklichen Aktion mit der offenen Sohle auf den rechten Knöchel getreten.

Mainz erhöhte im Laufe des Spiels den Druck – aber die meisten Angriffe waren nicht wirklich gefährlich. Von Hertha nach vorne gab es kaum Entlastung. Das wurde am Ende bestraft.

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