Dienstag, August 16, 2022

„Linker Dreckspieß“ – FPÖ beleidigt Werder Bremen

Die Sommerpause war kurz. Mitte Mai sicherte sich Werder Bremen mit einem 2:0-Erfolg gegen Jahn Regensburg am letzten Spieltag den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga. Nach den Aufstiegsfeierlichkeiten konnten die Spieler in den Urlaub fahren. Sie endete am 19. Juni, als Trainer Ole Werner darum bat, in Bremen mit dem Training beginnen zu dürfen.

Elf Tage nach der Leistungsdiagnostik reiste das Team ins Zillertal, um sich in einem Trainingslager in Zell am Ziller auf die kommende Saison vorzubereiten. Die Bedingungen in Österreich sind perfekt, wenn da nicht ein Störfaktor gewesen wäre.

Direkt neben dem Trainingsgelände der Grün-Weißen veranstaltete die rechtspopulistische FPÖ am vergangenen Sonntag einen Aktionstag. Werder twitterte ein Foto von der Veranstaltung und schrieb: „Wir fühlen uns hier so zu Hause, dass wir auch im Zillertal dafür eintreten: KLARE VORNE GEGEN NAZIS.“

Eine Reaktion der FPÖ ließ nicht lange auf sich warten. Pressesprecher Leo Kohlbauer schrieb auf Twitter: „Niemand braucht diesen linken Piefke bei uns. Lasst uns den Regenbogen-Ramadan in Buntland feiern.“

Tirols FPÖ-Landesvorsitzender Markus Abwerzger bezeichnete die Macher des Bremer Twitter-Accounts als „offensichtliche Hohlköpfe“. Er forderte eine Entschuldigung innerhalb einer Woche, ansonsten werde eine Klage eingereicht, wie er der österreichischen Nachrichtenagentur APA sagte. Es gehe darum, eine demokratische Partei zu verunglimpfen, die seit Jahrzehnten fest in der Parteiendemokratie verankert und bei den Wählern sehr beliebt sei, sagte der Landesparteichef. „Der Tweet stellt auch eine Verharmlosung der Verbrechen des Nationalsozialismus dar.“

Der FPÖ, die in allen neun österreichischen Landtagen vertreten ist, wird eine große Nähe zum Rechtsextremismus vorgeworfen. Zuletzt sorgte eine Zusammenarbeit des ehemaligen Frankfurter Profis Martin Hinteregger mit dem FPÖ-Politiker Heinrich Sickl für Aufsehen. Gemeinsam planten sie das Fußballturnier „Hinti-Cup“. Hintereggers Geschäftsbeziehung mit dem rechtsextremen Kommunalpolitiker, der Verbindungen zur Identitären Bewegung hat, setzte ihn stark unter Druck und wurde heftig kritisiert.

„Ich weiß, dass er ein FPÖ-Politiker war, was in Österreich nichts Schlechtes ist. Aber ich wusste nichts über die Identitäre Bewegung und ich wusste auch nicht, was das bedeutet“, sagte Hinteregger der österreichischen Zeitung Standard: „In Deutschland bringen viele FPÖ und AfD auf eine Stufe, aber die AfD ist zehnmal schlechter.“

Werder setzt sich seit langem gegen alle Formen von Rassismus und Rechtsextremismus ein. „Jeder AfD-Wähler sollte wissen, dass es ein Widerspruch ist, Werder gut zu finden und die AfD zu wählen“, sagte Bremens Präsident Hubertus Hess-Grunewald vor vier Jahren.

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