Dienstag, Oktober 4, 2022

„Regelmäßige Bewegung wirkt als Anti-Aging-Mittel“

MNach heutigem Kenntnisstand macht Professor Dr. Hans Andreas Bloss in seiner sportlichen Vita einiges anders, aber der 83-Jährige ist fit. Weil er etwas dafür tut – gerne und sehr lange. Er nennt es sanften Gesundheitssport.

In seinem neuen Buch „Mit Bewegung geht alles besser“ richtet sich der Sportwissenschaftler und emeritierte Universitätsprofessor an die Generation 40+ und weit darüber hinaus. Denn auch wer erst mit 60 oder gar 80 anfängt, kann noch etwas bewegen.

QUADDEL: Herr Bloss, Sie sind fit, gesund und über 80. Wie sind Sie heute in den Tag gestartet? Was sind deine Morgenroutinen?

Professor Doktor. Hans Blüte: Ich habe ziemlich lange geschlafen – bis 8:30 Uhr – und dann Wassertreten gemacht. 40 Mal. Das macht mich richtig wach, bringt das Blut in Schwung, danach bin ich frisch. Dann noch ein paar Gymnastikübungen und der Tag kann beginnen. Bewegung belebt. Ich möchte auch im Alter möglichst selbstständig bleiben und eine gewisse Qualität bewahren. Und regelmäßige Bewegung ist ein wichtiger Punkt. Es gibt mehrere Studien von Ellen Langer, einer Sozialpsychologin der Harvard University, die zeigen, dass diejenigen, die achtsam leben und auf ihren Körper achten, gesünder, glücklicher und länger leben. Regelmäßige Bewegung wirkt in vielerlei Hinsicht wie ein Anti-Aging-Mittel.

QUADDEL: Die von Ihnen genannte Liste ist lang. Können Sie drei oder vier Beispiele nennen?

Gerade: Bewegung stärkt auf natürliche Weise das Immunsystem, schützt vor Bluthochdruck und Herzinfarkt, vor Rückenschmerzen, kann zudem angstlösend wirken und die Konzentration verbessern. Und das sind nur einige Beispiele.

QUADDEL: Viele Menschen haben den Willen und die Absicht, etwas zu tun, aber manchmal gibt es ein Problem mit der Umsetzung.

Gerade: Gute Absichten reichen selten aus. Es muss zur Routine werden, wir müssen spüren, was es mit uns macht. Dann entwickelt sich ein Bedürfnis nach Bewegung. Ohne Bewegungsfreude wird es schwierig.

QUADDEL: Welche Routinen gehören noch zu deinem Alltag?

Gerade: Nach dem Mittagessen mache ich normalerweise ein einstündiges Nickerchen. Als ich jünger war, vielleicht 50, traf ich einmal einen älteren Herrn in den Siebzigern. Er war ziemlich fit und ich fragte ihn: ‚Wie schaffst du es, so fit zu bleiben?‘ – Er antwortete: „Mein Geheimnis ist eine einstündige Siesta. Du musst nicht schlafen, ruh dich einfach aus.‘ Ich versuche das regelmäßig zu tun. Heute Abend will ich eine Stunde im See schwimmen, bevor ich mich mit Kissingers Buch Staatskunst aufs Sofa setze. Und wenn ich irgendwann müde werde, mache ich ein bisschen Abendgymnastik.

QUADDEL: Welche Übungen gehören zu deinem morgendlichen Workout?

Gerade: Ein bisschen Laufen auf der Stelle, dann Schwungübungen zum Beispiel. Ich werde für einen Moment den ganzen Körper durchgehen. Kopf, Brust, Arme schwingen, Hüfte drehen, Hampelmann, nach oben greifen, in die Hocke gehen – und dann auf einem Bein stehen. Jeweils ein bis zwei Minuten. Wenn Sie trainiert sind, können Sie das andere Bein schwingen. Ich wiederhole das alles dreimal. Ich bin kein Yoga-Experte, aber ich werde ein paar Dinge aus diesem Bereich einfließen lassen. Gleichgewichtsübungen sind einfach enorm wichtig – nicht nur, aber natürlich auch im Alter.

QUADDEL: Gleichgewichtsübungen sind so grundlegend wie schwierig, wenn Sie sie noch nie zuvor gemacht haben. Wie funktioniert der Anfang?

Gerade: Du musst es einfach weiter versuchen und Geduld mit dir haben. Anfangs hielt ich mich an einem Stuhl fest und ließ ab und zu kurz los. Man kann es auch lernen, wenn man schon 70 oder 80 Jahre alt ist. Gleichgewichtsübungen sind einfach sehr wichtig, sie dienen dazu, Stürzen im Alter vorzubeugen – und das ist schließlich eine der Hauptgefahren des Alters. Und wenn Sie doch einmal stürzen, können Sie sich besser auffangen, wenn Sie ein gutes Körperbewusstsein entwickelt und Ihren Gleichgewichtssinn trainiert haben.

QUADDEL: Welche Übungen machst du abends?

Gerade: Bestimmt andere. Besonders eine Übung ist für mich ein festes Ritual: Ich setze mich kopfüber an die Wand – also liege ich mit dem Rücken auf dem Boden und strecke die Beine gegen die Wand. Also entspanne ich mich für zwei oder drei Minuten. Und ich habe einige Gewichte hier zu Hause. 5 und 2,5 Kilogramm. Ich mache einige Übungen damit – nicht jeden Abend, aber jeden zweiten Abend, denn das Training mit Gewichten ist gerade in meinem Alter gut, um wieder in Form zu kommen oder in Form zu bleiben. Übrigens gehe ich im Herbst und Winter ins Fitnessstudio.

QUADDEL: Stimmt es, dass das Training mit Gewichten oder dem eigenen Körpergewicht von Menschen über 60 oft unterschätzt wird?

Gerade: Oh ja, das sehe ich genauso wie du. Das wird unterschätzt. Zu Hause kann man wirklich viel machen, das macht die Sache eigentlich ganz einfach. Kraftübungen sind eine gute und sinnvolle Abwechslung und Ergänzung zu Nordic Walking, Schwimmen und Walken etc. Ich bin der Meinung, dass man spätestens ab dem 60. oder 65. Lebensjahr mehr Krafttraining machen sollte. Und Mobilität natürlich. Kraftübungen sind – auch und gerade – im Alter so wichtig, weil du etwa 30 bis 40 Prozent deiner Muskeln verlierst, wenn du nichts tust, wenn du schlapp machst und dich nicht bewegst. Gerade wenn man 60 Jahre alt ist und noch nie etwas gemacht hat, ist es wichtig, langsam anzufangen. Die meisten Menschen, das muss man sagen, betreiben Sport allgemein zu einseitig. nur Macht. Oder einfach nur Ausdauer. Ich plädiere für ein ausgewogenes Fitnesstraining. Ausdauer als Hauptaugenmerk, dazu Kraft und Beweglichkeit.

QUADDEL: Wie könnte das konkret aussehen?

Gerade: Dreimal die Woche Ausdauer und an den Tagen dazwischen Kraft und Dehnung.

Related Articles

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

- Advertisement -

Latest Articles