Freitag, August 19, 2022

Russland bringt eine Begnadigung von Präsident Putin ins Spiel

RRussland hat die Inhaftierung der US-Basketballerin Brittney Griner wegen Drogenvorwürfen verteidigt und gleichzeitig die Möglichkeit einer Begnadigung ins Spiel gebracht. „Versuche, den Fall so darzustellen, als sei die Amerikanerin rechtswidrig festgenommen worden, halten keiner Kritik stand“, sagte der Sprecher des russischen Außenministeriums, Alexei Zaitsev, am Mittwoch in Moskau. „Das Gesetz wurde gebrochen.“

Der Diplomat sprach von einem „schwerwiegenden Rechtsbruch“ des 31-Jährigen, dem bis zu zehn Jahre Haft drohen. Gleichzeitig sagte er, dass es Griner nach einer Verurteilung freistehe, das Urteil des Richters anzufechten oder einen Gnadengesuch zu schreiben. Wer in Russland beim russischen Präsidenten um Begnadigung bittet, muss sich ebenfalls schuldig bekennen.

Griner sitzt seit viereinhalb Monaten in Untersuchungshaft, die zuletzt bis zum 20. Dezember verlängert wurde. Der Olympiasiegerin wird Drogenbesitz vorgeworfen, ihr Prozess begann am Freitag. Sie hatte auch US-Präsident Joe Biden geschrieben und um Hilfe gebeten. Washington kritisiert, dass Griner zu Unrecht festgehalten wird.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karine Jean-Pierre, sagte am Dienstag, Biden habe den Brief gelesen. Unter Bezugnahme auf Griner wiederholte Jean-Pierre die Linie der US-Regierung: „Wir glauben, dass sie zu Unrecht inhaftiert ist“, sagte sie. Es werden alle Mittel eingesetzt, um sie und andere zu Unrecht im Ausland inhaftierte US-Bürger nach Hause zu bringen. Der Fall habe für den Präsidenten „höchste Priorität“, hieß es bei der Pressekonferenz im Weißen Haus. Auch das Außenministerium und Bidens Büro stehen in regelmäßigem Kontakt mit Griners Familie.

Moskau weist den Vorwurf zurück, der Prozess gegen Griner sei politisch motiviert gewesen. Griner soll Vape-Kartuschen und Haschöl bei sich gehabt haben, als ihr Gepäck im Februar am Moskauer Flughafen Scheremetjewo kontrolliert wurde.

Seit 2015 spielt Griner für das Team UMMC Jekaterinburg im Ural. Viermal gewann sie mit dem Spitzenklub die Euroleague. Griner gilt als eine der besten Basketballspielerinnen der amerikanischen Frauen-Profiliga WNBA. Mit der Phoenix Mercury gewann sie 2014 die Meisterschaft, mit der US-Nationalmannschaft holte sie neben zwei Olympiasiegen auch zwei Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften. Viele Profispieler wie Griner sind nicht nur in ihren heimischen Ligen aktiv, sondern auch im Ausland, bisher auch in Russland.

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