Freitag, August 19, 2022

Stuttgart behandelt festgenommenen Profi wie einen Verletzten

Eim Profi sitzt in Untersuchungshaft, mindestens drei Spieler stehen für andere Vereine im Schaufenster und die ersten Corona-Fälle und Verletzungen sind bereits zurück. Die Situation beim VfB Stuttgart ist nach der Last-Minute-Rettung am letzten Spieltag der vergangenen Saison weiterhin herausfordernd.

Trotzdem gelang es Sportvorstand Sven Mislintat, im Urlaub in Griechenland einige Tage nicht an den Bundesliga-Alltag zu denken. Zurück auf dem Trainingsgelände am vergangenen Montagnachmittag kam er bei der ersten offiziellen Session an diversen kniffligen Themen nicht vorbei.

Atakan Karazor sitzt seit seinem Urlaub in Spanien in Untersuchungshaft. Laut Mislintat wird der 25-jährige Mittelfeldspieler, der in der Schlussphase einer der wichtigsten Bausteine ​​im System von Trainer Pellegrino Matarazzo war, immer noch wie ein verletzter Spieler behandelt. „Und wenn er verletzt wäre, würden wir es intern lösen“, sagte Mislintat.

Karazor sitzt seit mehr als zwei Wochen wegen des Verdachts der Vergewaltigung auf Ibiza in Untersuchungshaft. Der 25-Jährige soll mit einem Freund in einer Villa bei Sant Josep eine 18-Jährige vergewaltigt haben. Nach der mutmaßlichen Tat wurde die Frau in einem Krankenhaus untersucht und der Polizei gemeldet.

Die beiden Deutschen wurden daraufhin festgenommen und von einem Richter in Untersuchungshaft genommen. Die Möglichkeit einer Freilassung auf Kaution wurde abgelehnt. Vergewaltigung wird in Spanien mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren geahndet. Karazor bestreitet jedoch jede kriminelle Handlung. „Es ist unmöglich, genau zu sagen, wie sich das entwickeln wird. Wir hören uns an, was uns sein Anwalt sagt. Das spiegelt sich in den persönlichen Gesprächen zwischen Ata und seinem Ansprechpartner wider“, sagte Mislintat.

Bleibt Karazor länger in Untersuchungshaft oder wird sogar verurteilt, wird der VfB keinen weiteren Profi als Ersatz für den Mittelfeldspieler verpflichten. „Ich bete und hoffe, dass alles schnell geklärt wird“, sagte Trainer Pellegrino Matarazzo.

Auch ohne die brisante Sache Karazor haben Trainer und Sportdirektoren bis zum Bundesliga-Start im August noch genug zu tun. Kaderplaner Mislintat braucht auch Lösungen, wenn Sasa Kalajdzic, Borna Sosa und Orel Mangala den VfB in dieser Umstellungszeit verlassen. „Unabhängig von der finanziellen Situation haben wir den sportlichen Wunsch, mit unseren besten Spielern zusammenzuarbeiten“, sagte Mislintat.

Kalajdzic wurde mit Bayern München und Borussia Dortmund in Verbindung gebracht. Der Meister holte daraufhin Sadio Mané an die Isar, Sébastien Haller wechselte zum BVB. Die Folge für den Österreicher: Es ist wieder ruhiger um ihn geworden. „Es gibt einen Markt, aber es ist sehr ruhig“, sagte Mislintat. „Klar ist, dass noch genug Zeit bleiben sollte, um handlungsfähig zu sein.“

Einzig die Transfers von Hiroki Ito und Konstantinos Mavropanos, die in der vergangenen Saison von ihren jeweiligen Klubs ausgeliehen wurden, liefen bisher perfekt. Sie fehlten wie vier weitere Nationalspieler von Trainingsbeginn an. Zudem mussten Florian Schock und Ömer Beyaz wegen positiver Corona-Tests aussetzen. Philipp Klement und Wahid Faghir leiden unter Knieproblemen.

Dennoch nahm die Intensität im Laufe der ersten Einheit Fahrt auf. Matarazzo hatte angekündigt, den Druck aufrechtzuerhalten. „Die Jungs wurden in der Umkleidekabine sofort lebendig. Es war noch etwas ruhig auf dem Platz, aber mit jedem Training wurde es besser. Es war ziemlich anständig.“

Und für die rund 500 Fans und Verantwortlichen gab es am Ende zwei gute Nachrichten von HR: Die beiden Offensivhoffnungen Silas Katompa Mvumpa und Mohamed Sankoh standen nach langer Leidenszeit wieder auf dem Platz und durften den neuen VfB tragen Trikot und Unterhemd schließen sich bei allen Übungen schmerzfrei dem Applaus der Zuschauer an.

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