Dienstag, August 9, 2022

Tatjana Maria kämpft sich ins Halbfinale von Wimbledon

EEs war so etwas wie das Duell der Generationen: Tatjana Maria, 34 Jahre alt, gegen Jule Niemeier, 22. Was beide gemeinsam hatten: Sie kämpften erstmals überhaupt um das Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers. Am Ende setzte sich konzentrierte Routine gegen jugendliche Leichtigkeit durch: Maria siegte mit 4:6, 6:2 und 7:5 – und steht nun am Donnerstag in Wimbledon im Halbfinale.

Mit der jungen deutschen Hoffnung aus Dortmund verlor der eigentlich aktivere Spieler. Niemeier war meist variabler als ihre Landsfrau aus Bad Saulgau. Sie war oft der Boss im Ring und diktierte das Spiel mit aggressiven Grundlinienschlägen und cleveren Netzangriffen.

Maria hingegen zeigte, was sie bis ins Viertelfinale des Tennisklassikers gebracht hatte: ein starker Aufschlag mit bis zu 185 km/h und etliche Slicebälle, die sich mitunter als Irritationsfaktor für den Gegner herausstellen können. Das war schon wegweisend, als sie im Achtelfinale die an Nummer zwölf gesetzte Jelena Ostapenko besiegte. Hinterher beklagte sich die Lettin bitter über das passive Spiel der Deutschen: „Sie hat nichts gemacht, nur auf meine Fehler gewartet“, sagte Ostapenko.

Im Duell der beiden Deutschen am Dienstagnachmittag in London war das für Maria allerdings zunächst nicht der beste Weg, um gegen Niemeier erfolgreich zu sein. Bereits in ihrem ersten Aufschlagspiel kassierte sie ein entscheidendes Break zum 0:1, den Satz gab sie schließlich mit 4:6 ab. Hochverdient: Denn Niemeier war deutlich aktiver als der Altmeister.

Wer eine kleine Vorentscheidung zugunsten der Fußballfans von Borussia Dortmund ahnte, wurde enttäuscht. Denn während Niemeier vor allem mit der Vorhand viele ungezwungene Fehler machte, verbesserte sich Maria deutlich. Sie schlug jetzt nicht nur hart zu, sondern entwickelte sich auch zu einem wahren Laufwunder, das nie einen Ball verlor. Darüber hinaus lieferten viele ihrer Cut-Shots Punkte. Der Lohn der Mühe: Der zweite Satz ging mit 6:2 an die zweifache Mutter.

Die Entscheidung musste also in der dritten Runde fallen – und hier ging es hin und her. Niemeier lag nach einem Seitenwechsel mit 4:2 in Führung und sah schon wie der Sieger aus. Dann führte Mary plötzlich 5:4 und 6:5. Und als sie eigentlich zwei Matchbälle hatte, nutzte sie den ersten zu einem etwas überraschenden Sieg.

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