Freitag, August 12, 2022

Tsitsipas über Kyrgios – „Er war wahrscheinlich ein Tyrann in der Schule“

DDrei Stunden und 17 Minuten lang hatten sie sich auf dem Platz bekämpft, doch das Duell war noch lange nicht zu Ende. Nick Kyrgios ging nach 6:7 (2:7), 6:4, 6:3, 7:6 (9:7) als Sieger in die dritte Runde des Tennisklassikers in Wimbledon. Danach gab es jedoch massive Kritik am Auftritt des Australiers.

Der geschlagene Grieche Stefanos Tsitsipas verurteilte das Verhalten seines Gegners auf dem Feld scharf. „Es ist ständiges Mobbing. Er schikaniert seine Gegner“, sagte er über seinen ehemaligen Doppelpartner. „Er war wahrscheinlich ein Tyrann in der Schule. Ich mag keine Tyrannen. Ich mag keine Leute, die andere niedermachen.“

Kyrgios wies die Vorwürfe gegen sich selbst weitgehend zurück und betonte das Fehlverhalten von Tsitsipas. „Er war derjenige, der mich mit Bällen geschlagen hat“, sagte der 27-Jährige. „Abgesehen von meinem Hin und Her mit dem Schiedsrichter habe ich Stefanos gegenüber nichts Respektloses getan.“

Verwarnungen gab es in der teils hochklassigen Partie am Samstagabend in London auf beiden Seiten. Der Australier forderte von seinem Gegner eine Disqualifikation, als er einen Ball auf die Tribüne schlug. „Das war wirklich böse von mir“, sagte Tsitsipas selbstkritisch. „Ich habe mich bei den Leuten entschuldigt. Ich weiß nicht, was mir durch den Kopf gegangen ist.“

Für eine ähnliche Aktion wurde Novak Djokovic bei den US Open 2020 vom Turnier ausgeschlossen. Allerdings schoss er einen Ball nicht auf die Zuschauertribüne, sondern auf einen Linienrichter, den er unglücklich und ungewollt ins Genick traf. Damals diskutierte der Betreuer des Spiels mit dem Übeltäter – und schloss ihn vom Grand-Slam-Turnier aus.

Im Wimbledon-Spiel forderte Kyrgios nun gegen Tsitsipas ein ähnlich hartes Vorgehen der Schiedsrichter, kam aber mit einer Verwarnung davon. Kyrgios legte sich auch mehrmals mit den Schiedsrichtern an, fragte Referee Damien Dumusois „Bist du dumm?“, benutzte Schimpfwörter und pöbelte auch sein eigenes Team auf der Tribüne an.

Tsitsipas zielte mit mehreren Bällen direkt auf den Körper seines Gegners. Auch nicht gerade die feine englische Art. Danach riet er seinem Kontrahenten dennoch, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. „Das muss aufhören. Das ist nicht okay. Jemand muss sich hinsetzen und mit ihm reden“, sagte der 23-Jährige. Es war eine „Zirkusshow“. Kyrgios habe gute Charaktereigenschaften, aber auch „eine sehr böse Seite“.

Kyrgios ahnte in Tsitsipas einen schlechten Verlierer, da er ihn in gut zwei Wochen zweimal besiegte. „Vielleicht sollte er erstmal versuchen herauszufinden, wie er mich ein paar Mal schlagen kann“, sagte der Australier und nannte seinen Gegner „weich“.

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