Dienstag, August 9, 2022

Beobachten: 3D-Ansicht eines stinkenden einzelligen Meeresorganismus

Foraminiferen-Arten Julinella foetida ist ein Organismus, der eine Größe von mehreren Zentimetern erreichen kann. Eines seiner hervorstechendsten Merkmale ist laut dem Naturhistorischen Museum Wien (NHM) in Österreich sein „fauliger Geruch“.

Wissenschaftler haben faszinierende Einblicke in die Struktur einzelliger Organismen geliefert, die im östlichen Atlantik leben und für ihren stechenden Geruch berüchtigt sind.

Die Institution kooperierte mit Forschern des Natural History Museum in London, der Universität Bonn in Deutschland und des Egyptian Petroleum Research Institute für eine eingehende Untersuchung von Protisten, die Organismen sind, die weder Tiere noch Pflanzen oder Pilze sind.

Foraminiferen werden normalerweise nur wenige Millimeter groß. Eine Gruppe verklumpter Klumpen kann jedoch eine Länge von bis zu 14 Zentimetern erreichen.

Julinella foetida ist unter ihnen. Sie kommt in flachen, nährstoffreichen Gewässern nahe der Küste der westafrikanischen Republik Côte d’Ivoire vor.

Der immense übelriechende Geruch des Organismus hat ihm den Namen „foetida“ eingebracht, was auf Lateinisch „stinkend“ bedeutet.

Foraminifera bedeutet im Lateinischen „Lochträger“. Diese einzelligen Organismen haben äußere Hüllen, sogenannte „Tests“, in verschiedenen Formen und Materialien.

Die meisten Foraminiferen sind marine; die Mehrheit lebt auf oder in den Sedimenten des Meeresbodens.

Das Wissenschaftlerteam verwendete moderne Techniken, darunter ein Rasterelektronenmikroskop, Röntgenbilder und Mikro-CT-Scans, um mehrere Exemplare des zu untersuchen Julinella foetida.

„Diese dreidimensionalen Bilder ermöglichen es uns, das Innere der Tests zu untersuchen, um zu verstehen, wie solch große und dennoch stabile Tests aufgebaut sind“, sagte Anna Weinmann, Expertin für Mikropaläontologie am Naturhistorischen Museum in Wien.

„Die Bilder zeigen, dass die Tests innere Trennwände enthalten, die die Außenwände des Tests stabilisieren. Gleichzeitig kanalisieren sie das Zytoplasma.

„Einige Proben hatten in ihren Tests auch Reste dieses Zytoplasmas. Diese Reste sind wahrscheinlich der Grund für den Geruch.“

Professor Martin Langer von der Universität Bonn ergänzt: „Unsere Beobachtungen legen nahe, dass die Biomasse von Julinella foetida gehört zu den größten unter den heutigen Foraminiferen.“

Julinella foetida hängt von geeigneten Nahrungsquellen ab, um eine solche Biomasse aufzubauen und zu erhalten. Wissenschaftler glauben, dass dies möglicherweise der Grund dafür ist, dass es bisher nur in nährstoffreichen Küstengebieten des Ostatlantiks gefunden wurde.

Der einzellige Geruchsorganismus spielt eine entscheidende Rolle für die Vielfalt des lokalen Ökosystems, da es fast keine anderen gerüstbildenden Organismen wie Korallen gibt.

Related Articles

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

- Advertisement -

Latest Articles