Dienstag, August 16, 2022

Studien haben ergeben, dass Insekten Schmerzen spüren können

In einer am Dienstag veröffentlichten Studie behauptet ein Forscherteam, dass diese Tiere einen bestimmten biologischen Mechanismus haben, der darauf hindeutet, dass sie tatsächlich ein subjektives Schmerzempfinden haben.

Ob Insekten Schmerzen empfinden oder nicht, ist unter Wissenschaftlern ein heiß diskutiertes Thema.

In dem Artikel, veröffentlicht in der Zeitschrift Verfahren der Royal Society B: Biologische WissenschaftenDie Forscher überprüften eine Reihe von wissenschaftlichen Beweisen und kamen zu dem Schluss, dass Insekten höchstwahrscheinlich über das zentrale Nervensystem etwas steuern, das als Nozizeption bezeichnet wird (das Erkennen potenziell oder tatsächlich schädlicher Reize), und dass dies mit der Existenz einer schmerzhaften Erfahrung vereinbar ist.

Laut der Hauptautorin der Studie, Matilda Gibbons von der School of Biological and Behavioral Sciences an der Queen Mary University of London (QMUL) in Großbritannien, führt Nozizeption typischerweise zu reflexähnlichen Reaktionen wie einem schnellen Rückzug oder der Flucht vor schädlichen Reizen.

Nozizeption kann von Schmerzempfindungen begleitet sein, die eine negative subjektive Erfahrung des Gehirns sind, obwohl dies nicht immer der Fall ist.

„Solche Reflexe existieren sogar bei relativ einfachen Tieren wie Würmern und sind nicht unbedingt von einem subjektiven Schmerz- oder Leidenserleben begleitet“, sagte Gibbons. Nachrichtenwoche. „Aber wie schätzt man die Wahrscheinlichkeit von Schmerzen bei einem Tier ein, im Gegensatz zur einfachen Nozizeption?“

Obwohl die grundlegende Nozizeption bei Insekten gut dokumentiert ist, wurde nicht nachgewiesen, dass diese Tiere die Fähigkeit haben, die Nozizeption zu kontrollieren (oder zu „modulieren“) – eine Eigenschaft von Kreaturen wie Menschen, die subjektiven Schmerz erfahren.

Bei Säugetieren zum Beispiel wird diese Fähigkeit – die Wissenschaftler als „Top-Down-Steuerung der Nozizeption“ bezeichnen – von Neuronen im Gehirn ausgeführt. Diese Fähigkeit bietet eine wichtige adaptive Funktion, die es einem Tier ermöglicht, sein Verhalten in verschiedenen Kontexten anzupassen, um das Überleben zu priorisieren.

„Wenn beispielsweise ein Tier während eines Kampfes verletzt wird, kann die Abschwächung seiner nozizeptiven Verarbeitung seine Kampfleistung erhöhen, indem sichergestellt wird, dass es keine Zeit oder Energie verschwendet, um auf die Verletzung zu reagieren“, schrieben sie, schrieben die Autoren in ihrer Studie.

Aber ob Insekten eine solche Kontrolle oder gar die dafür erforderlichen neuronalen Schaltkreise haben oder nicht, wurde selten untersucht.

„Ein Kennzeichen der menschlichen Schmerzwahrnehmung ist, dass sie durch Nervensignale aus dem Gehirn moduliert werden kann“, sagte Gibbons. „Soldaten sind sich manchmal schwerer Verletzungen auf dem Schlachtfeld nicht bewusst, da die körpereigenen Opiate das nozizeptive Signal unterdrücken.“

„Sie können auch bewusst ‚die Zähne zusammenbeißen‘ und den Schmerz ertragen, falls Ihnen ein solches ‚heroisches‘ Verhalten eine Belohnung oder Prestige einbringt“, sagte sie. „Wir haben daher gefragt, ob das Insektengehirn die neuronalen Mechanismen enthält, die es plausibel machen würden, eine schmerzähnliche Wahrnehmung zu erfahren, anstatt nur eine grundlegende Nozizeption.“

Nach Prüfung einer Reihe von neurobiologischen und verhaltensbezogenen Beweisen stellten die Autoren fest, dass Insekten wahrscheinlich über ein neuronales System verfügen, um ihre Reaktionen auf potenziell schmerzhafte Reize zu dämpfen, sodass sie ihr Verhalten flexibel an verschiedene Kontexte anpassen können, ähnlich wie Insekten Menschen.

„Die Funktion dieser nozizeptiven Dämpfung beim Menschen besteht darin, unsere Schmerzen in Situationen zu reduzieren, in denen das Schmerzempfinden unnötig ist“, sagte Gibbons. „Wenn also auch Insekten diese Fähigkeit haben, ist es denkbar, dass Insekten einen ähnlichen Weg entwickelt haben, um mit Schmerzgefühlen fertig zu werden.“

Da es keine direkte Möglichkeit gibt, das subjektive Schmerzempfinden eines Tieres zu messen, seien die Ergebnisse der neuesten Studie signifikant, sagten die Autoren.

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