Dienstag, August 9, 2022

Opernsängerin löst mit homophoben Äußerungen in den sozialen Medien Empörung aus

Ein Starsänger offenbart sich die Nacktheit – zuerst mit einem verbalen Fehltritt, dann mit einer biografischen Offenbarung. Was ist da passiert? René Pape, der sich auf seiner Website selbst als „Black Diamond Bass“ bezeichnet, postete vor einigen Tagen eine wirre Nachricht auf Facebook.

Darin teilte der bis dahin geschätzte Sänger mit, dass er die LGBTQ-Auftritte einiger Mitglieder der Metropolitan Opera als offizielle Delegation während des New Yorker Pride Month nicht gutheißen würde. „Schrecklich. Menschen, die nicht wissen, wer sie sind, benutzen dieses erstaunliche Haus, um anderen zu erklären, wer sie sein sollten! Und wenn das nicht als Erklärung passt, dann ist die Welt schlecht.“ Ein Grund mehr für ihn, nach über 30 Jahren dort nicht mehr aufzutreten.

Man sollte Sänger niemals nach dem beurteilen, was sie singen, nicht einmal einen René Pape nach den humanistischen Botschaften eines Sarastro oder Gurnemanz. Aber sowas geht einfach nicht. Weil es dumm ist und weil es homophob ist. Was die ständig gekränkten Aktivisten natürlich sofort auf den Plan ruft. Der Facebook-Eintrag wurde schnell gelöscht, aber die Screenshots wurden natürlich auch sofort gemacht und fanden über diverse Klatschseiten und Social Media den Weg in das empörte Klassikdorf.

Wer René Pape ein wenig kennt, weiß aus verschiedenen Gründen um seine diversen Freaks, auch weil sehr früh berühmt gewordene Sänger manchmal ihr eigener größter Feind sind. Auf diese Weise hätte der unglückliche Vorfall gnädigerweise klein gehalten werden können. Aber genau das scheint heute nicht mehr möglich, sobald etwas in der virtuellen Welt ist. Immer mehr Medien griffen den langweiligen Vorfall auf. Die Staatsoper Berlin, deren Ensemble Pape seit Jahrzehnten angehört und wo er aktuell in Puccinis „Turandot“ zu sehen ist, äußerte sich in einem langen Facebook-Post inklusive aller LGBTQIA-Varianten positiv über den Vorfall und versprach Aufklärung.

René Pape, wohl auch von seinem Management getrieben, folgte mit einem Geständnis auf Facebook mit der Bitte um Generalabsolution: Er sei seit Jahren Alkoholiker, zudem depressiv und in der DDR sozialisiert worden. Hier wird der große Kotau getrieben: „Es tut mir zutiefst leid, wie viel Schmerz ich vielen Menschen durch meine Kommentare auf Facebook zugefügt habe.“ Was er empfand, waren „manchmal performative Aktionen von Opernhäusern“, die ihn zu „schlecht formulierten Äußerungen“ veranlasst hatten, die „voller Hass auf eine Gemeinschaft“ waren, die ihm so viel Liebe und Unterstützung gezeigt hatte. Für die LGBTQIA+ Community hätte er sogar tief in seinem Herzen nur Liebe und Respekt.

Und der Sänger greift noch tiefer in seine Kindheit ein: „Hass und Zwietracht waren die Feuer, die damals von einem Überwachungsstaat geschürt wurden dunkler Teil von mir, auf den ich nicht im Geringsten stolz bin.“ nicht nur für mich selbst, sondern um in Zukunft auch für alle anderen ein besserer Mensch sein zu können.“ Das könnte fast eine Hollywood-Rede als Opernfinale sein. Der geläuterte Sünder geht in die Reha und darf wieder aufstehen. Mal sehen wenn es für René Pape ein Happy End gibt.

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