Sonntag, Januar 16, 2022

Der Datenverbrauch von Handynutzern steigt


Der Ausbau der Mobilfunknetze, insbesondere in ländlichen Gebieten, hat auch in diesem Jahr zu einem erhöhten Datenverbrauch bei Smartphones geführt. Telefónica verzeichnete ein Plus von 50 Prozent, aber auch in den anderen Netzen gab es deutliche Zuwächse.

Auch in diesem Jahr ist der Datenverbrauch in den deutschen Mobilfunknetzen stark gestiegen. Vodafone teilte mit, dass das eigene Netz mehr als 1,4 Milliarden Gigabyte Daten transportiert habe, rund 27 Prozent mehr als im Jahr 2020. Das war ein etwas schwächerer Anstieg als im Vorjahr (rund 29 Prozent). Konkurrent Telefónica verzeichnete nach eigenen Angaben sogar einen Zuwachs von rund 50 Prozent auf mehr als zwei Milliarden Gigabyte, die über das O2-Mobilfunknetz übertragen wurden. Mit rund 1,8 Milliarden Gigabyte lag die Deutsche Telekom 13 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Der Anstieg des Volumens in den Netzen ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass Verbraucher datenintensivere Anwendungen nutzen. Außerdem ist das Handy-Streaming unterwegs natürlicher geworden.

„Das Smartphone ist heute unser Alltagsbegleiter. Es ist unser mobiles Kino, unser MP3-Player für unterwegs, unsere Zeitung mit Live-Informationen rund um die Uhr und unser Management, das uns mit unseren Freunden und Familien aus aller Welt zusammenbringt. Es spielt keine Rolle, wie viele Kilometer wir voneinander entfernt sind“, sagt Vodafone-Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter.

Der Datenverbrauch stieg nicht nur in den Großstädten, wo 2021 rund 550 Millionen Gigabyte Daten durch das Vodafone-Netz gingen (plus 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Vor allem auf dem Land wurde so viel gesurft wie nie zuvor. Hier war der Datenzuwachs sogar deutlich stärker als in den Metropolen. Insgesamt stieg der Datenverbrauch in kleineren Städten und Gemeinden mit weniger als 100.000 Einwohnern im Vodafone-Netz auf rund 850 Millionen Gigabyte – 30 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Dazu hat auch der weitere Ausbau des Netzes beigetragen: Weil die Telekommunikationsunternehmen neue Antennen installierten, gibt es weniger Funklöcher, sodass mehr Menschen ein besseres Netz haben – sie nutzen diese Möglichkeit und ziehen mehr Daten auf ihre Smartphones und Tablets als bisher. Betrachtet man die Bundesländer, so wuchs Vodafone im Bundesland Rheinland-Pfalz mit 36 ​​Prozent am stärksten und im Stadtland Hamburg mit 15 Prozent am schwächsten.

An einem durchschnittlichen Tag verzeichnet Vodafone einen Datenverbrauch seiner Kunden von rund 3,8 Millionen Gigabyte. Am 8. Dezember 2021 stieg die Nutzung auf knapp fünf Millionen Gigabyte, rund 25 Prozent mehr als üblich. Grund war offenbar, dass an diesem Tag Olaf Scholz zum neuen Bundeskanzler gewählt wurde. Dies ist wohl einer der Gründe, warum Vodafone-Kunden besonders oft mit ihrem Smartphone Nachrichtenseiten im Internet besucht haben.

Vodafone verzeichnete im Festnetz-Internet einen Datenzuwachs von 14 Prozent auf 41,5 Milliarden Gigabyte. Das lag unter anderem am weit verbreiteten Homeoffice inklusive Videokonferenzen. Dass die Leute in ihrer Freizeit weniger unterwegs waren und lieber zu Hause einen Film streamen, als ins Kino oder in die Kneipe zu gehen, sei ein weiterer Grund, so das Unternehmen.

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