Dienstag, Mai 17, 2022

Die Zahl der Pflegekräfte wächst weiter


Die Pflegebranche gewinnt weiter an Bedeutung. Die Zahl der Beschäftigten in Pflegeberufen in Deutschland stieg im Jahr 2021 auf 1,67 Millionen. Problematisch bleibt die „24-Stunden-Betreuung“ in Privathaushalten.

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Pflegekräfte in Deutschland weiter gestiegen. Im Jahr 2021 waren rund 1,67 Millionen Menschen in der Pflege sozialversicherungspflichtig beschäftigt, wie die Bundesagentur für Arbeit zum „Tag der Karriere“ mitteilte. Das waren rund 44.300 Menschen mehr als ein Jahr zuvor. Der Anstieg verteilt sich sowohl auf Vollzeit- als auch auf Teilzeitbeschäftigte.

In der Altenpflege stieg die Zahl der Beschäftigten innerhalb eines Jahres um rund 12.700 auf 627.900, im Gesundheitswesen um 31.600 auf 1,04 Millionen – trotz der Auswirkungen der Corona-Pandemie und des Fachkräftemangels.

Seit 2017 wächst die Branche kontinuierlich. In der Altenpflege stieg die Zahl der Beschäftigten in diesem Zeitraum um zwölf Prozent, im Gesundheitswesen um neun Prozent. Über alle Berufe hinweg betrug der Beschäftigungszuwachs nur fünf Prozent, wie die Nürnberger Statistiker mitteilten.

Trotz der Zunahme der Beschäftigung gibt es immer noch viele offene Stellen in der Pflege. Auf 12.900 offene Stellen für medizinisches Fachpersonal kommen derzeit 5.400 Arbeitslose. Bei den weniger qualifizierten Helfern ist das Verhältnis umgekehrt – es gibt deutlich mehr Bewerber als Stellen. Die Bundesanstalt fördert daher die Aus- und Weiterbildung des Pflegepersonals.

Die vielen ausländischen Pflegekräfte in deutschen Privathaushalten brauchen laut dem Beirat für Integration und Migration (SVR) dringend Schutz vor Ausbeutung und Überforderung. „Nach deutschem Recht kann eine Person allein keine „Rund-um-die-Uhr“-Betreuung leisten“, warnt der SVR in seinem Jahresbericht.

Es sei davon auszugehen, „dass sich die Betreuungsangebote überwiegend in rechtlichen Grauzonen bewegen und Vermittlungs- und Vermittlungsagenturen oft unseriös arbeiten“. Oft werden nur informelle Vereinbarungen zwischen den im Haushalt beschäftigten ausländischen Arbeitskräften – meist Frauen aus Osteuropa – und den Angehörigen der Pflegebedürftigen getroffen.

Ein einfaches Verbot solcher Beschäftigungsverhältnisse ist aufgrund der Bedeutung dieser Gestaltungen schlichtweg nicht möglich. Eine strengere Regulierung könne auch dazu führen, dass „das System zusammenbricht“. Andererseits wäre es rechtlich machbar, Pflegekräfte nur in Haushalten einzusetzen, in denen nur vorübergehend Unterstützung im Alltag benötigt wird, die auch Menschen ohne formelle Pflegequalifikation leisten könnten. Die Pflege könnte dann eine Ergänzung zur familiären Pflege oder ambulanten Leistungen sein.

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