Dienstag, Mai 17, 2022

Diese Hotels sind öko – und trotzdem cool


Ein einem alten Gutshof mit riesigem Garten direkt an einem Ostseehaff – einen besseren Ort für ein Familienhotel kann man sich kaum vorstellen. Kinder genießen hier viel Platz, können mit freilaufenden Tieren spielen und haben das Meer als Spielplatz direkt vor der Haustür.

Auch umweltbewusste Eltern können sich über das stimmige Bio-Konzept der Hotelanlage freuen. Dass „Gut Nisdorf“ nachhaltig, komfortabel und schick zugleich sein soll, war von Anfang an das Ziel von Sabine Stange und Jürg Gloor, als sie 1997 dieses ehemalige Anwesen in Vorpommern erwarben. Das herrschaftliche Gebäude am Grabower Bodden blickt auf eine 700-jährige Geschichte zurück, es war nicht nur Gutshof, sondern auch Kloster, Flüchtlingsunterkunft, landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) und Schule.

Nach der Wiedervereinigung stand das Haus am Ostseehaff leer und verfiel, bis es von den beiden Berlinern gerettet wurde. Acht Jahre dauerte der Umbau und Ausbau zum Familienhotel – nicht zuletzt, weil sich die neuen Eigentümer einem umfassenden Nachhaltigkeitskonzept verschrieben hatten. Bis heute unterzieht sich das Familienhotel regelmäßig einer Bio-Zertifizierung und einem CO2-Buchhaltung. Es gleicht auch sein CO aus2-Fußabdruck mit Zertifikaten von.

Ebenso konsequent legen die Besitzer aber auch Wert auf Charme und Komfort. Den Gästen stehen zwölf großzügige Zwei- und Dreizimmerwohnungen zur Verfügung, einige mit über drei Metern Deckenhöhe, andere mit Dachschrägen, alle mit Küchenzeile, gemütlicher Sitzecke, großzügigem Badezimmer und Meerblick. Die Möbel sind aus Massivholz, die Wandfarbe auf Lehmbasis und die Bettwäsche kuschelig.

Der große Garten verfügt über einen Naturbadeteich, Liegewiese, alten Baumbestand und gut sortierte Kräuterbeete; Hier gedeihen die Zutaten für die Hotelküche. Wie es sich für ein nachhaltiges Haus gehört, bietet es viele vegetarische und vegane Gerichte, aber auch jede Menge Alternativen, die Kinder glücklich machen, wie Chicken Wings oder Bio-Grillwürste. Unterm Strich also ein Familienhotel, in dem die Bedürfnisse der kleinen Gäste groß geschrieben werden. (gut-nisdorf.de, Wohnung für 4 Personen ab 118 Euro)

Urlaub im Urlaub – mal lebt man in Marrakesch, mal in Istanbul, mal im afrikanischen Busch. Viele Jahre bereisten Marion und Cornel Frey die Welt. Als Stylisten und Kreativdirektoren hatten sie schon immer ein Auge für schöne, meist alte und oft gebrauchte Dinge, die sie unterwegs kauften und mit mehr oder weniger großem Aufwand nach Deutschland transportierten.

Gäste ihres 2014 eröffneten „Gästehaus-Anwesens“ folgen dem Kreativ-Duo gleichsam das Wohnen zwischen Möbeln, das schon viel erlebt hat, in einem historischen Weingut, das auch Geschichte hat.

Diese Form der Nachhaltigkeit ist vielleicht die coolste von allen: das Upcycling und Recycling von Dingen, die niemand zu brauchen scheint. Alte Kacheln aus Marokko und antike Waschbecken aus Asien, bunte Kissen von überall her.

Das Gebäude wurde auch sorgfältig mit traditionellen Techniken und unbehandelten Materialien renoviert. Um Wasser und Energie zu sparen, werden die Zimmer nicht jeden Tag automatisch, sondern nach Wunsch des Gastes gereinigt. Im Haus wird Ökostrom verwendet. Und im Garten gedeihen besonders insektenfreundliche Pflanzen.

Das Gästehaus liegt zwischen den Reben und dem Rhein bei Oestrich-Winkel auf einem Weingut. Die acht Zimmer sind nach Weinlagen wie Honigberg, Hasensprung, Jesuitengarten, Vogelsang benannt. Im Restaurant „Cornel’s“ genießen Sie Wein vom Weinberg vor der Tür, regionale Spezialitäten mit lokalen Produkten und Bio-Olivenöl, das aus dem eigenen Olivenhain in Apulien stammt. (liegen-schaft.de, Doppelzimmer ab 128 Euro)

Alpine Ästhetik neu interpretiert – das Berghotel „Valsana“ auf 1800 Metern über Meer im Skigebiet Arosa besticht auf den ersten Blick durch seine moderne, ansprechende Optik. Doch dahinter steckt mehr: Wie alle Hotels der Tschuggen Hotel Group wird auch dieses komplett klimaneutral betrieben. Es ist mit dem Green Globe-Zertifikat ausgezeichnet und gehört zu den nachhaltigsten Premium-Hotels der Schweiz.

Das Konzept beinhaltet die Verwendung ökologischer Baustoffe und die maximale Reduzierung von CO2-Emissionen – deshalb wird zum Beispiel mit Gästen papierlos kommuniziert, Strom aus alpiner Wasserkraft genutzt, geheizt und gekühlt mit Erdwärmesonden und Eisbatterien. Hotelgäste können auf Wunsch einen Baum pflanzen und Wasser wird in Glasflaschen serviert, Plastikflaschen sind tabu.

Dass die 40 Zimmer, die neun Apartments und alle öffentlichen Bereiche bei allem Öko-Anspruch weltoffen, urban und äußerst stilvoll wirken, ist dem Innenarchitekten Carlo Rampazzi zu verdanken – und seinem Faible für Designertapeten, Beistelltische mit Industrial Look, bestickte Sessel und geräuchertes Eichenparkett. Das großzügige Spa ist mit einem beeindruckenden botanischen Wandgemälde geschmückt und beherbergt einen Thermalbereich sowie einen Entspannungspool mit Bergblick.

Im Restaurant „Twist“ sitzt man zwischen verwitterten Holztäfelungen, Wandbehängen im orientalischen Stil und kupferfarbenen Hängelampen. Bei schönem Wetter wird die feine regionale Küche auf der großen Terrasse mit Panoramablick auf die Alpen serviert. Pflanzliche Kost dominiert, aber zum Glück ist man hier nicht dogmatisch und serviert auch Fleischgerichte, die von Tieren aus der Region stammen. (valsana.ch, Doppelzimmer ab 243 Euro, Sommersaison ab 17.6.)

Mit rund 3.600 Einwohnern ist das 560 Meter hoch gelegene Bergdorf Egg die größte Stadt im Bregenzerwald. Im Oktober 2020 eröffnete hier die „Fuchsegg Eco Lodge“. Gastgeberin Carmen Can und ihre Familie sind seit Jahrzehnten in dieser Gegend verwurzelt, kein Wunder also, dass sie sich die typischen Almhütten als architektonisches Vorbild ausgesucht haben. Das sechsteilige Ensemble wurde in Zusammenarbeit mit kreativen Designern und Handwerkern aus der Umgebung gebaut, möglichst konsequent mit ökologischen, heimischen Naturmaterialien.

Neben einer E-Ladestation in der Tiefgarage und einer Solaranlage auf dem Dach verfügt das „Fuchsegg“ auch über einen Anschluss an eine Bio-Nahheizung, Luftwärmepumpen und wassersparende Armaturen. Optisch fügt sich die Holzhütte unaufdringlich in die Vorarlberger Landschaft ein, als wäre sie schon immer da gewesen.

Die 30 Zimmer und Appartements sind großzügig, hell und ohne unnötigen Schnickschnack gestaltet. Die Arbeit regionaler Handwerker spiegelt sich in schönen Details wie den selbstgebrannten Kacheln für den Kamin oder dem geglätteten Lehmboden wider.

Für die Nacht stehen Massivholzbetten aus Vorarlberger Ulme und Esche zur Verfügung, für den Tag gibt es einen Außenpool, ein Saunahaus mit Blick auf die Berge und ein elegant gestaltetes Gasthaus mit Kaminbar und modern interpretierter Bregenzerwälder Küche. (fuchsegg.at, Doppelzimmer ab 180 Euro pro Person, Sommersaison ab 29. April)

Das „EdenSelva“ nennt sich selbstbewusst „Mountain Design Hotel“. Es liegt in Wolkenstein in Gröden im Herzen der Südtiroler Dolomiten – das passt. Das architektonisch markante Gebäude mit seiner leicht trichterförmigen Holz-Glas-Fassade beweist, dass hier jemand mit Sinn für Ästhetik am Werk war.

Inhaber Roland Demetz geht es nicht nur um den Schein, sondern vor allem um Nachhaltigkeit auf vielen Ebenen. Sein Vier-Sterne-Hotel ist aus massivem Holz, Beton wurde nicht verwendet. Neue Technologien werden eingesetzt, um Energie, Wasser und Abfall zu sparen; Seit 2016 ist das Haus mit dem Klimahotel-Siegel ausgezeichnet. Die eigens für das Hotel angefertigten Möbel bestehen ausschließlich aus heimischen Holzarten wie Lerche, Zirbe und Tanne.

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