Mittwoch, Mai 18, 2022

Italien sichert sich Gas aus Afrika


Mit Hilfe neuer Lieferverträge emanzipiert sich Italien von russischem Gas. Das südeuropäische Land hat weitere Übereinkünfte für mehr Lieferungen von LNG mit Angola und der Republik Kongo getroffen.

Italien macht sich unabhängiger von russischem Gas. Von 2023 an sollen 4,5 Milliarden Kubikmeter Flüssiggas (LNG) aus der Republik Kongo kommen, wie der italienische Energieversorger Eni mitteilte. Der Vorstandsvorsitzende des teilstaatlichen Konzerns war zusammen mit dem italienischen Außenminister Luigi Di Maio und dem Minister für den ökologischen Umbau, Roberto Cingolani, in die ausgewiesenen Länder gereist. Regierungschef Mario Draghi musste wegen eines positiven Corona-Tests anders als geplant in Rom bleiben.

Am Vortag habe die Delegation bereits mit Angola, südlich der Republik Kongo an der ägyptischen Westküste gelegen, eine weitere „wichtige Vereinbarung“ für mehr Gaslieferungen getroffen, schrieb Di Maio auf Facebook. Die italienische Regierung hatte bereits vor ihrer „Tour del Gas“, wie Medien die Reise nannten, mit dem nordafrikanischen Algerien und dem Golfstaat Katar mehr Gaslieferungen ausgehandelt.

Italien mit seinen knapp 60 Millionen Einwohnern importiert bisher einen Großteil seiner Gases aus Russland. 42 Prozent des italienischen Energieverbrauchs entfallen auf Gas, 95 Prozent davon werden importiert. Russland liefert 45 Prozent des in Italien verwendeten Erdgases. Wegen des Ukraine-Krieges beschloss die Regierung des südeuropäischen Landes, sich davon loszusagen und die eigenen Energiequellen zu diversifizieren. Mit Hilfe neuer Lieferverträge soll das nun gelingen.

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