Sonntag, Januar 16, 2022

Senkung der EEG-Umlage funktioniert nicht


Zum Jahreswechsel wurde die EEG-Umlage auf den Strompreis gesenkt. Die Endverbraucher, die auf diese Weise entlastet werden sollen, haben bisher nichts mitbekommen, wie zwei Vergleichsportale berichten.

Die seit diesem Jahr niedrigere EEG-Umlage ist laut zwei Vergleichsportalen bei den Verbrauchern noch nicht angekommen. „Die Stromanbieter geben die niedrigere EEG-Umlage nicht an ihre Kunden weiter, weil sich die Einkaufspreise an der Strombörse vervielfacht haben“, sagte Verivox. Zudem sind die Entgelte für die Stromnetze im Bundesdurchschnitt um vier Prozent gestiegen. „Mit über 35 Cent pro Kilowattstunde ist der Strompreis für Haushalte so hoch wie nie zuvor.“ Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt das Portal Check24.

Die EEG-Umlage gilt für alle Stromverbraucher in Deutschland und wird als staatlicher Teil der Stromkosten erhoben. Damit soll der Ausbau der erneuerbaren Energien finanziert werden. Sie ist im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegt.

Zum 1. Januar wurde die EEG-Umlage um rund 43 Prozent gesenkt – von 6,5 Cent pro Kilowattstunde (Kwh) auf 3,7 Cent. Der frühere Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte nach der Ankündigung im Oktober, er werde 2022 auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren sinken. „Ein Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5000 kWh zahlt fast 167 Euro weniger, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu finanzieren.“ “, teilte Check24 heute mit.

Der starke Rückgang gegenüber den Vorjahren ist im Wesentlichen auf die Entwicklung der Börsenstrompreise und der Bundesförderung zurückzuführen. Die Förderung der erneuerbaren Energien wird seit 2021 teilweise aus dem Bundeshaushalt finanziert, unter anderem unterstützt durch die Einnahmen aus der eingeführten CO2-Bepreisung. Bis 2020 wurden die gesamten Kosten des Ausbaus aus der EEG-Umlage bestritten. Die Reduzierung sei eine gute Nachricht für die Verbraucher, sagte Altmaier im Oktober. Denn er erwartet, dass die Energieversorger diese Reduzierung an ihre Stromkunden weitergeben.

Zumindest vorerst scheint das nicht der Fall zu sein. „Bisher haben nur wenige Anbieter ihre Preise gesenkt“, sagt Check24. Ob und inwieweit die Entlastung von der EEG-Umlage in diesem Winter tatsächlich bei den Endkunden ankommt, hängt auch von der weiteren Entwicklung des Strompreises an der Börse ab.

Laut einer Studie von Check24 vom November hatten bereits 192 Grundversorger ihre Strompreise für 2022 erhöht oder zumindest angekündigt. Im Durchschnitt läge der Anstieg bei neun Prozent und beträfe rund 1,6 Millionen Haushalte. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5000 kWh wären dies Mehrkosten von durchschnittlich 146 Euro pro Jahr.

Dagegen haben zum Jahreswechsel 21 Grundstromanbieter ihre Preise gesenkt – um durchschnittlich 2,3 Prozent. Davon werden rund 1,2 Millionen Haushalte profitieren. Im Durchschnitt spart ein Musterhaushalt rund 37 Euro im Jahr. Der Strompreis hat in den letzten Monaten immer wieder neue Höchststände erreicht. Hauptgründe sind die explodierenden Großhandelspreise für Erdgas, Steinkohle und CO2-Emissionszertifikate, der steigende Strombedarf und geringere Erzeugungskapazitäten durch den Kohleausstieg.

Angesichts der hohen Energiepreise hat Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) gestern einigen Verbrauchern finanzielle Unterstützung zugesagt. Die Entwicklung der Energiepreise sei gerade für Menschen mit geringem Einkommen eine echte Belastung, sagte er auf der traditionellen Dreikönigstagung der FDP in Stuttgart. Die Bürger will man auch langfristig entlasten, etwa durch den vollständigen Wegfall der EEG-Umlage. Aber es muss auch kurzfristig gehandelt werden.

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